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Sanacorp erwartet deutliches Umsatzplus

02.03.1998  00:00 Uhr

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Sanacorp erwartet deutliches Umsatzplus

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<Der Vorstand der Sanacorp Pharmahandel AG erwartet im Geschäftsjahr 1997/98 ein Vorsteuerergebnis von mindestens 44,7 Millionen DM. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Brink legte sich am 27. Februar 1998 in München bei der Präsentation des ersten Geschäftshalbjahrs 1997/989 auch auf eine Dividendenzahlung von 1,65 DM je 5-DM-Vorzugsaktie fest. Denn diese sei bereits verdient worden.

Trotz eines Umsatzrückgangs um 3,1 Prozent auf 1,714 Milliarden DM konnte die AG im ersten Halbjahr das Vorsteuerergebnis von 20,2 Millionen DM auf 21,7 Millionen DM steigern. Das sind 7,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Kosteneinsparungen in allen Bereichen sollen hierfür ursächlich sein. Den Rückgang bei den Erlösen erklärte Brink mit überdurchschnittlich hohen Marktrückgängen vor allem in den neuen Bundesländern. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sei es im Berichtszeitraum zu einem Marktrückgang von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gekommen. Der Vorzieheffekt im Monat Juni schlage sich in den Zahlen gleichfalls nieder. Die Patienten hätten sich vor der zum Juli erhöhten Selbstbeteiligung mit den benötigten Arzneimitteln bevorratet. Dies habe im Pharmagroßhandel im Juni zu einer Umsatzsteigerung von 22 Prozent geführt. Bei der Sanacorp habe dieser Umstand im ersten Monat des neuen Geschäftsjahres zu einem Umsatzrückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat geführt. Die Einbußen hätten sich im August und September fortgesetzt. Konsequent habe der Vorstand vorübergehende Einbußen auch durch die Verbesserung der Umsatzstruktur fortgesetzt. Laut Brink hat die Umsatzentwicklung im neuen Jahr die Richtigkeit dieser vertriebsstrategischen Maßnahme bestätigt. Eine Verschlechterung sei wegen der Wahlen zum neuen Bundestag und dem Einnahmeplus bei den gesetzlichen Krankenkassen nicht zu erwarten.

Kontinuierliches, die Niederlassungen übergreifendes Benchmarking habe die Ertragssituation deutlich verbessert. Die Kostenreduktion in allen Bereichen um 4,7 Prozent habe allerdings auch eine Absenkung des Personalstands zur Folge gehabt. Um 185 Mitarbeiter (minus 5,6 Prozent) ging die Beschäftigtenzahl auf 3089 zurück. Brink merkte an, daß an einen weiteren Mitarbeiterabbau nicht gedacht werde, da dies die Betriebsleistung schwächen würde.

Investitionen im laufenden Geschäftsjahr betreffen vor allem den Neubau in Ulm, "eine der umsatzstärksten Niederlassungen" und in Logistikinvestitionen. So will Sanacorp interssierten Geschäftspartnern bereits 1999 eine Euro-Fakturierung anbieten. Ausgebaut werden soll das Geschäftsfeld der Herstellerlogistik, das von der Sanalog Logistik GmbH betrieben wird. Hierzu wurde jetzt ein zweites Distributionszentrum in Würzburg-Kist aufgebaut. Zusammen mit der 1996 in Betrieb genommenen Anlage in Saarbrücken wurde bereits die Distribution für Bristol Myers Squibb, Pharmacia & Upjohn und Biogen unter Vertrag genommen. Aus diesem Geschäftsfeld, wie auch aus der gleichfalls "zukunftsträchtigen Investition" in die Gesellschaft für Marketing und Vertrieb von Hilfsmitteln für Pflegebedürftige Adiuvo, hat Sanacorp Vorlaufverluste im Geschäftsjahr 1997/98 in Höhe von 2 Millionen DM einkalkuliert, ein "Break-even" erwartet Brink 1999.

Aufgrund von Irritationen in verschiedenen Pressemeldungen stellte Brink in München auch folgendes klar: Konkret verhandelt der Sanacorp-Vorstand mit der österreichischen Chemosan Apotheker-Pharmagroßhandlung, die in Österreich einen Marktanteil von 55 Prozent hält - eine Holdinglösung, die zwischen den Eigentümern mehrheitsfähig ist. Einer Fusion mit der Anzag erteilte er eine Absage, da ein solcher Schritt zu keiner Synergielösung führen würde und weder im Interesse der Aktionäre, der Apothekergenossen noch der Mitarbeiter liegen könne. Die IPSO-Herstellerlogistikgesellschaft ansprechend, die sozusagen das Sanalog-Angebot an die Hersteller auf Europa ausweitet, nannte Brink Uniquem (Großbritannien), Alliance Santé (Italien und Luxemburg), Galenica (Schweiz), Sanacorp und Anzag (Deutschland) sowie OPG (Niederlande) als Partner. Mehr hierüber kann in der englischsprachigen IPSO-Vision vom Dezember 1997 nachgelesen werden, zu beziehen über IPSO, P.O.Box 2605, NL-3500 Utrecht.

PZ-Artikel von Erdmuthe Arnold, München
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