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VFA bekennt sich zum Pharmastandort Deutschland

01.03.1999
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-Politik

VFA bekennt sich zum Pharmastandort Deutschland

von Gisela Stieve, Bonn

Patrick Schwarz-Schütte, neu gewählter Vorsitzender des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), bekannte sich bei der Mitgliederversammlung des Verbandes in Bonn klar zum Pharmastandort Deutschland. "Die Rahmenbedingungen, Deutschland als einen führenden Standort für die Erforschung, Entwicklung und Produktion innovativer Arzneimittel in Europa weiter auszubauen, haben sich in den letzten Jahren deutlich gebessert", so Schwarz-Schütte. Allerdings dürften die positiven Entwicklungen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Politik und Gesellschaft rief er auf, nicht am, sondern mit dem Arzneimittel zu sparen.

Mit Blick auf die Reformdebatte kritisierte Schwarz-Schütte, daß die Koalition offensichtlich die Einnahmeproblematik völlig ausblenden wolle. Er prognostizierte weitere Eingriffe in das Gesundheitswesen schon bald nach Inkrafttreten der Reform 2000. Der VFA plädiert an mehr Eigenverantwortung. Der Einzelne sei bereit, mehr in seine Gesundheit zu investieren. Herzstück einer Strukturreform müsse einerseits der Krankenhausbereich, andererseits die Strategie ambulant vor stationär sein.

Angesichts des Integrationsprozesses der Märkte zu einem Weltbinnenmarkt, der zunehmenden Mobilität von Kapital und Wissen und des sich verschärfenden Innovations- und Zeitwettbewerbs müßten die Standortfaktoren ständig verbessert werden. "Unsere Unternehmen müssen immer schneller besser werden", so der VFA-Chef.

Demografische Entwicklung, steigendes Gesundheitsbewußtsein und Innovationen in Diagnostik und Therapie führen nach Schwarz-Schüttes Worten zwangsläufig zu einem überproportionalen Wachstum des Gesundheitsmarktes. Allein die VFA-Mitgliedsunternehmen hätten derzeit über hundert Arzneistoffe in der Entwicklung, mit deren Markteinführung bis in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende gerechnet werden kann. Solange es dem Gesundheitssystem aber an Freiheit, Markt und Wettbewerb mangele, stoße die Wachstumsdynamik immer wieder an Grenzen.

"Noch kryptisch" sind für Schwarz-Schütte die Äußerungen der Koalition zur Positivliste. Eine solche Liste dürfe nicht zur Innovationshürde werden. Der VFA werde erneut auf sein Modell der indikationsorientierten Dreiteilung des Arzneimittelmarktes hinweisen. Dieses Indikationsmodell sei der geltenden Zuzahlungsregelung deutlich überlegen, weil es die Solidarität auf die wirklich schweren Risiken konzentriert. Top

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