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Laser dörrt Lebertumore aus

22.02.1999
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-MedizinGovi-Verlag

Laser dörrt Lebertumore aus

dpa Mehr als 200 Patienten mit Lebertumoren sind bisher mit einem neuen, in Berlin entwickelten Laser-Verfahren operiert worden. Dabei wird von außen durch die Haut eine Glasfaser in den Lebertumor eingeführt.

Die spezielle Wellenlänge des Lichts läßt an der Spitze der Faser Wärme entsteht. Bei einer Hitze von bis zu 150 °C dörrt das Geschwulst aus. Die Wirkung wird von den Ärzten in Echtzeit über eine bildgebendes Verfahren beobachtet.

Dieser Eingriff, für den ein nur wenige Millimeter großer Hautschnitt benötigt wird, ist wesentlich schonender als die operative Entfernung von Lebertumoren. An der Entwicklung waren die Berliner Universitätskliniken Benjamin Franklin und Rudolf Virchow sowie die Laser- und Medizin-Technologie GmbH Berlin beteiligt.

"In den vergangenen fünf Jahren wurden auf diese Weise in Berlin und Frankfurt die Lebertumore von 300 todkranken Darmkrebs-Patienten behandelt", sagte Professor Dr. Thomas Vogl von der Universität Frankfurt am 9. Februar auf einem Symposium in Berlin. "Wir planen jetzt die breite klinische Anwendung", betonte Professor Dr. Heinz Johannes Buhr vom Berliner Universitätsklinikum Benjamin Franklin.

Die Ärzte wollen künftig auch Tumoren in Brust, Lunge, Milz, Hals, Prostata und Gehirn per Laser behandeln. Bei einzelnen Patienten in Deutschland seien bereits derartige Tumore erfolgversprechend mit Laserlicht überhitzt worden.

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