Pharmazeutische Zeitung online

Kombitherapie erhöht Heilerfolg bei Hepatitis C

16.02.1998
Datenschutz bei der PZ

-Medizin

Govi-Verlag

Kombitherapie erhöht Heilerfolg bei Hepatitis C

Home
Inhalt
<Die kombinierte Anwendung von Interferon alfa-2b und dem Nukleosid-Analogon Ribavirin verbessert die Langzeit-Ansprechrate bei Patienten mit rezidivierender chronischer Hepatitis C auf 48,6 Prozent. Unter Interferon-Monotherapie liegt dieser Wert nur bei 4,7 Prozent.

Die neuen Ergebnisse stützen sich auf placebokontrollierte, randomisierte, doppelblind durchgeführte Studien an weltweit 52 Kliniken (Relapse-Studien). Einbezogen waren insgesamt 345 Patienten mit chronischer Hepatitis C, bei denen es nach Absetzen einer primär erfolgreichen Interferon-Monotherapie zu einem Rezidiv gekommen war. Sie erhielten über 6 Monate entweder Interferon alfa-2b (dreimal 3 Millionen I.E. pro Woche) plus Ribavirin (1000 bis 1200 mg/d) oder plus Placebo. Anschließend wurden sie über sechs Monate nachbeobachtet.

Primärer Endpunkt war ein negativer Nachweis der Hepatitis C-Virus(HCV)-RNA im Serum; gemessen wurde mit einer Sensitivität von unter 100 Viruskopien/ml (virologisches Ansprechen), außerdem wurde der Rückgang entzündlicher Gewebsveränderungen (histologisches Ansprechen) ermittelt. Sekundärer Endpunkt war die Normalisierung der Transaminasen (biochemisches Ansprechen).

Unter Interferon-Monotherapie (n=172) betrug die virologische Ansprechrate bei Behandlungsende 49 Prozent, nach 6 Monaten Nachbeobachtung nur noch 4,7 Prozent. Auch die biochemische Erfolgsquote sank von Behandlungsende (57 Prozent) auf nur noch 15 Prozent zum Ende der Nachbeobachtungszeit. Bei 41 Prozent der Patienten zeigte sich histologisch eine Verminderung der entzündlichen Aktivität.

Unter der Kombinationstherapie aus Interteron und Ribavirin (n=173) lag die virologische Ansprechrate zum Behandlungsende bei 82 Prozent, zum Ende der Nachbeobachtungszeit noch bei 48,6 Prozent. Der biochemische Erfolg betrug bei Therapieende 82 Prozent, nach einem weiteren halben Jahr noch 52 Prozent. Eine histologische Besserung konnte in 63 Prozent der Fälle nachgewiesen werden. Die Verträglichkeit war in beiden Gruppen gut, die Abbruchrate betrug unter der Monotherapie 3 Prozent und unter der Kombinationstherapie 6 Prozent.

Die Zahl der HCV-Träger wird allein in Deutschland auf fast 800.000 geschätzt. 60 bis 90 Prozent der Fälle verlaufen chronisch, bei 20 bis 30 Prozent kommt es zu einer Leberzirrhose; das Leberzellkarzinom-Risiko ist deutlich erhöht. Sowohl in den USA als auch in der Bundesrepublik ist die chronische Hepatitis C die häufigste Ursache für Lebertransplantationen. Weltweit steht sie an neunter Stelle der Todesursachenstatistik.

Artikel von der PZ-Redaktion
<Top

PZ OnlineCartoon
TermineIhre MeinungPharmazie im Internet

© 1997 GOVI-Verlag
E-Mail:
redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa