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Statine auf dem Prüfstand

15.02.1999
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-PharmazieGovi-Verlag

Statine auf dem Prüfstand

von Christine Vetter, Köln

Durch die konsequente Behandlung mit einem CSE-Hemmer könnten bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung wahrscheinlich erhebliche Kosten gespart werden. Die Behandlung senkt das kardiovaskuläre Risiko um rund ein Viertel, beugt also Herzinfarkten ebenso vor wie der Notwendigkeit für Ballondilatationen oder Bypass-Operationen.

Doch diese Verfahren sind teuer. Das erklärt, warum Statinen langfristig wahrscheinlich eine sehr wirtschaftliche Behandlungsalternative darstellen, meint Professor Dr. Dr. Karl W. Lauterbach vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinischer Epidemiologie der Universität Köln.

Er initiierte deshalb die Lipoguide-Studie (Long Term Effectiveness of Implementing a Cholesterol Lowering Guideline for Secondary Prevention of Coronary Heart Disease), die wirtschaftliche Implikationen der Statine bei der Sekundärprävention auf den Prüfstand stellt. An der von Bayer gesponserten Untersuchung nehmen 45 Arztpraxen mit 750 Patienten mit gesicherter KHK teil. Die Praxen werden drei Gruppen zugeordnet. Gruppe A soll eine Therapie nach "Evidenz-basierten Leitlinien", also inklusive der generellen Verordnung eines Statins bei Patienten nach Herzinfarkt, Ballondilatation oder Bypass-Operation praktizieren. Anhaltspunkt seien die amerikanischen Leitlinien, da verbindliche Empfehlungen für Deutschland bislang nicht existieren, so Lauterbach.

Während in Gruppe A auch die Patienten in drei Sitzungen geschult werden, geschieht dies in Gruppe B nur bei den Ärzten, in Gruppe C erfolgt keine Intervention. Nach einem Jahr hoffen die Gesundheitsökonomen des Kölner Instituts eindeutige Unterschiede im Risikoprofil der ursprünglich vergleichbaren Patienten zu finden. Sie wollen daraus berechnen, inwieweit Komplikationen durch die therapeutische Intervention vermieden werden können. Den dadurch ersparten Therapie- und Rehabilitationskosten werden die verbrauchten Ressourcen gegenübergestellt.

Das Einsparpotential könnte erheblich sein, wie Voruntersuchungen des Kölner Institutes auf Basis der Daten großer Interventionsstudien andeuten. Demnach hätten in fünf Jahren 1,5 Milliarden Mark gespart werden können, wenn 1996 jeder Infarktpatient in Deutschland konsequent mit einem CSE-Hemmer behandelt worden wäre.Top

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