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ABDA setzt auf Dialog und Qualitätssicherung

25.01.1999  00:00 Uhr

-PolitikGovi-Verlag

PHARMACON DAVOS

ABDA setzt auf Dialog und Qualitätssicherung

von Hartmut Morck, Davos

Die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände geht davon aus, daß das zum 1. Januar in Kraft getretene Vorschaltgesetz im Arzneimittelsektor zu Einsparungen in Höhe von rund einer Milliarde DM führen wird, erklärte ABDA-Präsident Hans-Günter Friese auf einer Pressekonferenz in Davos anläßlich der 29. Internationalen Pharmazeutischen Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer in dem Schweizer Höhenkurort.

Friese wiederholte die Forderung der Apotheker, bei der sektoralen Budgetierung das Arzneimittelbudget vom Heilmittelbudget zu trennen. Was die Gesundheitsreform 2000 anbelange, sei auch nach der Klausursitzung der SPD der letzten Woche bezüglich der Vorstellungen der rotgrünen Regierungskoalition zur zukünftigen Gesundheitspolitik keine Klarheit geschaffen worden. Viele Fragen seien weiterhin offen, insbesondere die nach der technischen Umsetzung und der Definition eines Globalbudgets und der Schaffung einer Positivliste.

Die ABDA setze auf die von Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer angekündigte Dialogbereitschaft. Die ABDA sei flexibel, bestehe aber auf der Erhaltung des bewährten Arzneimittelversorgungssystems. Die Apotheker könnten nicht zulassen, daß Versorgungsverträge nur mit einzelnen Apotheken oder Apothekengruppierungen abgeschlossen würden oder der Versandhandel einen Versorgungsauftrag bekomme. Alle Apotheken müßten in die Versorgung einbezogen werden. Nicht diskutieren wollen die Apotheker die Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes, außerdem wollen sie auch in einem "neuen" Gesundheitssystem als Freie Heilberufler agieren.

Die Hauptkritik der Apotheker an den Arzneimittelrichtlinien des Bundesausschusses Ärzte/Krankenkassen konzentriert sich auf den Hinweis, daß zur Einstellung oder Umstellung einer Therapie der Arzt dem Patienten auch kleine Mengen eines Arzneimittels zur Verfügung stellen kann. Hier sieht die ABDA den Einstieg in das Dispensierrecht der Ärzte. Das Ministerium sei aufgefordert, hierzu klar Stellung zu nehmen.

In den kürzlich von der Bundesärztekammer veröffentlichten Eckpunkten zur Strukturreform des Gesundheitswesens, die unter anderem ein Globalbudget und die Positivliste befürworten, sehen die Standesorganisationen der Apotheker keine neue Konfrontation zwischen Ärzten und Apothekern aufkommen.

Wie in seiner Eröffnungsrede zum Kongreß, betonte Dr. Hartmut Schmall, Präsident der Bundesapothekerkammer, noch einmal vor der Presse die Absicht des Berufsstandes, eine stärkere Qualitätssicherung durch eigene, nicht an DIN/ISO-Normen orientierte Qualitätsmangagementsysteme vorzunehmen, um damit auch dem Anspruch der Gesellschaft nach sicherer Arzneimitteltherapie gerechter zu werden. Dazu gehöre auch eine zertifizierte Fortbildung.Top

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