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Bei Sonnenschutz auf Nummer Sicher gehen

18.01.1999
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-PharmazieGovi-Verlag

Bei Sonnenschutz auf
Nummer Sicher gehen

von Elke Wolf, Frankfurt am Main

Der UV-B-Anteil des Sonnenlichts galt bislang als Auslöser für Sonnenbrände und spielt die Hauptrolle in der Pathogenese von Melanomen. UV-A-Strahlung dagegen ist der Übeltäter von Sonnenallergien und Hautalterung. Inzwischen wurde jedoch das karzinogene und mutagene Potential der UV-A-Strahlung belegt, hieß es auf einer von La Roche-Posay ausgerichteten Fortbildungsveranstaltung.

"UV-Strahlen sind in der Lage, das Immunsystem der Haut zu supprimieren", erklärte Professor Dr. Jean Krutmann, Universitäts-Hautklinik, Düsseldorf. Während kurzwelliges UV-B-Licht DNA-Schäden und defekte DNA-Reparatursysteme zurücklasse, kommen durch langwellige UV-A-Strahlung (UVA1, 340 bis 380 nm) oxidative Prozesse mit freien Radikalen in Gang. Diese aggressiven Spezies, allen voran Singulettsauerstoff, aktivierten den Transikriptionsfaktor AP2. Dieser exprimiere wiederum verstärkt proinflammatorische Moleküle wie Zytokine (Il-1, Il-6 und Il-8) sowie Adhäsionsmoleküle wie ICAM-1. ICAM-1 gelte als Schlüsselmolekül bei der Immunsupression. Krutmann stellte Kinetikstudien vor, die diese UV-induzierten Veränderungen bereits wenige Stunden nach Bestrahlung in Keratinozyten und Endothelzellen nachweisen. Die dadurch ausgelöste Immunsuppression trage zur Pathogenese des malignen Melanoms bei.

Die Ergebnisse stammen aus In-vitro-Versuchen. "Bevor nicht eindeutig belegt werden kann, daß diese Befunde für den Menschen keine Gültigkeit haben, erscheint ein konsequenter UV-A-Schutz auch zur Melanomprophylaxe sinnvoll", meint aber Krutmann. Das ist um so wichtiger, weil die Haut gegen UV-A-Strahlung im Gegensatz zu UV-B keine Lichtschwiele aufbauen kann.

Daß Sonnenschutzpräparate neben einem UV-B-Schutz auch vor den UV-A-Strahlen schützen ist Standard. Die Crux: Viele UV-A-Filter sind nicht photostabil und zersetzen sich deshalb auf der Haut. Deshalb sollte sonnenempfindlichen Personen ein Sonnenschutz empfohlen werden, der entweder durch Mikropigmente wie Titandioxid oder Zinkoxid vor UV-A-Strahlen schützt oder Mexoryl SX enthält. Von den chemischen UV-Filtern ist nur Mexoryl SX auch noch nach einer Stunde Aufenthalt in der Sonne zu annährend 100 Prozent stabil. Andere UV-A-Filter kommen gerade mal auf rund 60 Prozent.

La Roche-Posay hat den UV-Filter weiterentwickelt und nun Mexoryl XL im Programm. Die beiden Buchstaben erinnern an die Kleidergröße XL, also extralarge. Und tatsächlich: Mexoryl XL ist der erste photostabile Sonnenfilter mit Breitbandwirkung. Sein Absorptionsspektrum ist durch zwei Banden charakterisiert. Zum einen wird das gesamte UV-B-Spektum von 290 bis 320 nm abgedeckt, zum anderen wird der UV-A-Bereich von 320 bis 360 nm absorbiert.

Wie seine Schwestersubstanz ist Mexoryl XL photostabil. Die Stabilität beruht auf einer Phototautomerisation zwischen einer Stickstoff- und einer Hydroxylgruppe, das heißt auf einem intramolekularen Protonentransfer zwischen dem angeregten Zustand des Moleküls, das UV-Energie absorbiert hat, und seinem Basiszustand. Mexoryl XL gehört in die Familie der extrem photostabilen Hydroxybenzotriazole. Hydroxyphenylbenzotriazol, ein Chromophor, sorgt für die exzellente Photostabilität von mindestens drei Stunden sowie für die beschriebenen Absorptionsmaxima. Eine kurze Siloxankette bedingt die Fettlösigkeit des Filters.

Kombiniert man Mexoryl XL mit seiner Schwestersubstanz SX, erzielt man zwei Verbesserungen. Die erste ist galenischer Natur. Mexoryl SX ist wasserlöslich; in Mixtur mit dem lipidlöslichen XL-Filter läßt sich eine gleichmäßige Verteilung in der Wasser- und Öl-Phase der Rezeptur erzielen. Die zweite Verbesserung bewirkt durch einen synergistischen Effekt eine nochmals verbesserte Photoprotektion im UV-A- und UV-B-Bereich. Mexoryl SX als alleiniger Filter in 8prozentiger Konzentration erzeugt einen Lichtschutzfaktor von 12 und einen UV-A-Schutz von 5 (gemäß PPD-Methode). Mit einer 4prozentigen Mexoryl-SX- und 4prozentigen Mexoryl-XL-Formulierung läßt sich dagegen ein Lichtschutzfaktor von 20 und ein UV-A-Schutz von 10 erreichen. Top

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