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Roche setzt auf den Standort Deutschland

11.01.1999  00:00 Uhr

-Wirtschaft & HandelGovi-Verlag

Roche setzt auf den Standort Deutschland

Roche Deutschland ist mit der Integration von Boehringer Mannheim zu einer der wichtigsten Länderorganisationen des weltweit operierenden Schweizer Healthcare-Konzerns geworden. Die in PZ 1/99 gemeldete Umbenennung der deutschen Tochter zum 1. Januar 1999 in Roche Diagnostics GmbH lag daher nahe.

An den vier Standorten Mannheim, Grenzach, Penzberg/Tutzing und Eppstein erwirtschafteten 10.500 Beschäftigte einen Jahresumsatz von 4,8 Milliarden DM. Dies entspricht 16 Prozent des Umsatzes.

Mit einem Anteil von 46 Prozent bilden Diagnostika den Schwerpunkt des Geschäfts in Deutschland, es folgen Pharmazeutika mit 40 Prozent sowie Vitamine und Feinchemikalien mit 14 Prozent. Roche nimmt heute nicht nur eine weltweit führende Position im Diagnostikamarkt und bei Vitaminen und Feinchemikalien ein. Im Pharmamarkt rangiert der Konzern weltweit an siebter und in Deutschland an dritter Stelle.

Franz B. Humer, Vorsitzender der Konzernleitung und Pharmachef von Roche, betonte gegenüber der PZ: "Deutschland ist für Roche ein zentraler Standort. Daran wird sich auch künftig nichts ändern." Dies verdeutliche auch das Investitionsvolumen von über 200 Millionen DM für neue Anlagen an den Standorten Penzberg und Grenzach.

Als höchst kompetitiv beschreibt Humer das heutige Marktumfeld. Behaupten könne sich nur, wer eine klare Strategie habe. Wichtigster Erfolgsfaktor sei für Roche die Innovation. Acht neu eingeführte Medikamente und zahlreiche Zulassungsanwärter seien ein Beweis dafür.

Die führende Marktstellung will Roche durch eine ganzheitliche Produktstrategie, der Integrated Health Care Solutions (IHCS), weiter ausbauen. Für bestimmte Indikationen, wie Grippe, Osteoporose oder HIV, will Roche ein komplettes Produktprogramm von der Prävention über die Erkennung einer Krankheit bis zur Behandlung und Nachsorge anbieten.

IHCS wird nach Aussage Humers aufgrund des wachsenden Kostendrucks und der Suche nach möglichst wirksamen und wirtschaftlichen Behandlungen künftig zunehmen. Roche Deutschland könne dabei mit seinen Schwerpunkten Diagnostica und Pharma eine tragende Rolle spielen.

Leiter des weltweiten Roche-Diagnostika-Geschäfts ist Otto A. Meile, während Jürgen Schwiezer für die Diagnostika-Aktivitäten in Deutschland zuständig ist. Verantwortlich für das deutsche Pharmageschäft ist Karl-Hermann Schlingensief.

Artikel von der PZ-RedaktionTop

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