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Grippewelle verursacht Chaos in England

11.01.1999  00:00 Uhr

-PharmazieGovi-Verlag

Grippewelle verursacht
Chaos in England

In England hat eine Grippe-Epidemie das staatliche Gesundheitswesen an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Die Probleme sind jedoch nur zum Teil Folge der Virus-Erkrankung selbst. Etwa 8000 Stellen von Krankenschwestern sind wegen schlechter Bezahlung oder fehlender Mittel derzeit nicht besetzt. Außerdem habe Labours Anordnung, die Krankenhaus-Wartelisten für "normale" Patienten zu verkürzen, dazu geführt, daß jetzt für Notfälle nicht genug Kapazitäten vorhanden seien, erklärte die konservative Politikerin Ann Widdecombe.

Ob die Grippewelle auch nach Deutschland kommt ist noch ungewiß. Am Freitag (8.1.) hatte Nikolaus Frühwein von der Bayerischen Gesellschaft für Impf- und Tropenmedizin in einem dpa-Gespräch vor Panik gewarnt. Bisher sei zum Beispiel für Bayern erst ein einziger Grippefall gemeldet worden. Dennoch bestehe die Gefahr, daß die Grippewelle auch auf den Kontinent übergreifen könne. In Belgien und Frankreich wurde seit dem Wochenende ein Anstieg der Grippefälle beobachtet. Helmut Uphoff, Leiter der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Influenza, Marburg, sagte zu dpa: "Wir rechnen damit, daß wir in Deutschland irgendwann auch eine Influenza-Welle haben werden." Der Zeitpunkt sei allerdings kaum absehbar.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montag (11.1.) war die Zahl der Infektionen in Deutschland nicht über der im Januar üblichen Häufigkeit. "Die Zahlen sind nicht dramatisch", sagte RKI-Sprecher Edgar Muschketat, "aber niemand kann sagen, wie es sich bis Ende März entwickelt."

Frühwein empfiehlt allen Senioren und chronisch Kranken, sich gegen die Virusgrippe impfen zu lassen. Auch Eltern kleiner Kinder sollten diesen Rat für ihren Nachwuchs beherzigen. Der Impfschutz ist gut verträglich und wird von den Krankenkassen bezahlt.

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