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Weichenstellungen

29.12.1997  00:00 Uhr

-Editorial

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Von Dr. Hartmut Morck,
Chefredakteur der Pharmazeutischen Zeitung


"Das Jahr 1998 wird ein Jahr, in dem Europa Geschichte macht." Mit diesen Worten faßte der Präsident der Europäischen Kommission, Jacques Santer, seinen Ausblick auf das neue Jahr zusammen. Begründet hat er diese Erwartung mit der Umsetzung der Europäischen Währungsunion - im Mai 1998 fällt die Entscheidung, welche Mitgliedsländer teilnehmen werden - und der weiteren europäischen Integration sowie der anstehenden Osterweiterung.

Für die Apotheken wird insbesondere die Währungsunion mit der Einführung des Euros ab 1. Januar 1999 als Zahlungsmittel im nichtbaren Bereich von Bedeutung sein. Warten, bis es soweit ist, reicht allerdings nicht aus, sondern jeder einzelne Apotheker wird sich 1998 auf die Umstellung der Währung vorbereiten müssen. Der Deutsche Apothekerverband mit seinen Landesorganisationen sowie wir von der PZ werden alles Notwendige einleiten, damit dieser Übergang komplikationslos geschehen kann. Dabei wird es vor allem wichtig sein, nicht nur den 1. Januar 1999 als Ziel der Vorbereitungen zu sehen, sondern auch den 1. Januar 2002, ab dem der Euro als Zahlungsmittel im Barverkauf eingesetzt wird.

Im gesundheitspolitischen Sektor wird 1998 national allerdings die Frage, wer ab Herbst die neue Bundesregierung stellt, für alle Beteiligten wesentlich interessanter sein. Zur Zeit ist wohl kaum jemand bereit - außer Wahrsagern und Hellsehern -, über den Ausgang der Bundestagswahlen 1998 zu spekulieren. Eines läßt sich aber voraussagen: Bewegen wird sich in der Gesundheitspolitik 1998 nichts. Vielleicht ist das eine Chance für die Leistungserbringer, mit den Parteien vor Ort, auf Länder- sowie auf Bundesebene die Perspektiven für die Zeit nach der Wahl abzustecken, sprich Wahlversprechen abzufordern, auf deren Einhaltung man sich dann auch berufen kann.

Wenn schon von den Politikern 1998 aufgrund des Bundestagswahlkampfes keine aktive Gesundheitspolitik zu erwarten ist, sollten die Verbände der Leistungserbringer aktiv werden und den Rahmen der Möglichkeiten auf der Ebene der Selbstverwaltung ausschöpfen, um die Weichen für eine rationale Gesundheitspolitik ins neue Jahrtausend zu stellen.

Ein anderes Großereignis wird Mitte des Jahres die Politik in den Schatten stellen: die Fußballweltmeisterschaft. Der Titelbeitrag dieses Heftes belegt, daß der Fußball einem natürlichen Ordnungsprinzip folgt. Es wird aus unserer Sicht Zeit, daß insbesondere nach dem Chaosjahr 1997 auch in der Gesundheitspolitik ein neues Ordnungsprinzip sichtbar wird. Und wenn es der Politik nicht gelingt, dieses zu definieren, müssen es die Verbände auf der Selbstverwaltungsebene in Angriff nehmen.

Ihnen und Ihren Familien wünscht die Redaktion der PZ für das Jahr 1998 viel Erfolg und alles Gute! Top

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