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Clostridien: Stuhltransplantat als Kapsel hilft

Auf dem Weg zu einer Stuhltransplantation in Kapselform haben US-amerikanische Forscher einen wichtigen Schritt getan: Sie haben in einer klinischen Studie gezeigt, dass auch gefriergetrocknete und gefrorene Stuhlproben effektiv gegen rezidivierende Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) wirken. Der Publikation im Fachjournal «Alimentary Pharmacology & Therapeutics» stellt das gefriergetrocknete Material eine Alternative zu frischem Faeces dar.

Die fäkale Mikrobiota-Transplantation ist ein effizientes Verfahren zur Therapie von schweren chronisch-rezidivierenden CDI. Hierbei werden die Darmbakterien aus dem Stuhl eines Gesunden in den Darm eines CDI-Patienten übertragen, um die Fehlbesiedlung dort auszugleichen. Bislang wird für dieses Verfahren frisches Material verwendet, was rasch gereinigt und aufbereitet werden muss. Das wirft einige logistische Schwierigkeiten auf. Deutlich einfacher in der Handhabung wäre eine orale Applikationsform mit gefriergetrocknetem Material, die auch länger haltbar ist. Daher haben Forscher um Dr. Zhi-Dong Jiang vom University of Texas Health Science Center in Houston die Effektivität von frischem, gefrorenem und gefriergetrocknetem Material verglichen.

Hierzu rekrutierten die Forscher 72 Patienten mit rezidivierenden CDI und führten bei ihnen eine Mikrobiota-Transplantation mit einer der drei Varianten durch. Die Heilungsrate nach zwei Monaten betrug in der Gruppe, die frisches Material erhalten hatte, 100 Prozent, in der Gruppe mit gefrorenem Material 83 Prozent und der Gruppe mit gefriergetrockneten Faeces 70 Prozent. Eine Untersuchung der Darmmikrobiota nach sieben Tagen zeigte, dass die Mikroben-Vielfalt in den Gruppen mit frischem und gefrorenem Material vollständig wiederhergestellt war. In der Gruppe, in der gefriergetrocknetes Material für die Transplantation verwendet worden war, hatte sich die Diversität nach sieben Tagen zwar verbessert, aber erst nach 30 Tagen erholt.

Die Heilungsrate bei der Verwendung von gefriergetrocknetem Material lag in der Untersuchung zwar unterhalb der von frischem und gefrorenem Material, insgesamt aber in dem Bereich, der in der Literatur für frisches Material angegeben wird, schreiben die Forscher. Ein Grund für die geringere Effektivität könnte sein, dass ein Teil der Mikrobiota während des Gefriertrocknungsvorgangs zerstört wurde. Die Forscher versuchen nun, die Wirksamkeit mittels kryoprotektiv wirkender Substanzen und einer größeren Menge an Ausgangsmaterial für die Kapselherstellung zu steigern. (ch)

DOI: 10.1111/apt.13969

 

15.03.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Elnur (Symbolbild)