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Deutscher Patientenpreis: ARMIN erhält Auszeichnung

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Deutscher Patientenpreis: ARMIN erhält Auszeichnung
 


Die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) erhält als erster Preisträger den Deutschen Patientenpreis 2018. Damit konnte sich das Modellprojekt zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit gegenüber 24 weiteren Preisanwärtern durchsetzen. Die erstmals ausgelobte Ehrung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vergeben vom House of Pharma und dem Magazin ZEIT Doctor.

 

«ARMIN verbessert die Orientierung für Patienten und kann sie ermächtigen, in der Therapie zum eigenverantwortlichen Akteur zu werden», so das Urteil der vierköpfigen Jury anlässlich der Preisverleihung im Rahmen der Jahrestagung des House of Pharma am 10. September in Frankfurt am Main. Der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbands, Stefan Fink, der den Preis stellvertretend für alle Projektpartner entgegen genommen hat, ist erfreut: «Es zeigt sich, dass unsere Anstrengungen der letzten Jahre, die Arzneimittelsicherheit für Patienten durch eine gezielte Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apotheken zu verbessern, Früchte tragen.»

 

Das im April 2014 gestartete Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Apothekerverbände in Sachsen und Thüringen, der kassenärztlichen Vereinigungen (KV) in den beiden Bundesländern sowie der AOK Plus. Es hat das Ziel, die Arzneimitteltherapie von multimorbiden Patienten, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, sicherer und besser zu machen. Kernpunkt ist dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker, das Medikationsmanagement. Mithilfe eines elektronischen Medikationsplans können sowohl Arzt als auch Apotheker die aktuelle Medikation inklusive Selbstmedikation des Patienten überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

 

Für den Vorsitzenden des Sächsischen Apothekerverbands, Thomas Dittrich, ist die Entscheidung «ein klares Zeichen für die zukünftige, zwar hoch technisierte, jedoch gleichzeitig dem Menschen zugewandte Gesundheitsversorgung». Das Projekt solle auch auf Bundesebene Schule machen und perspektivisch den hohen und sicheren Standard für ein einheitliches Medikationsplanmodul in der Software darstellen, betonte der Chef der KV Sachsen, Klaus Heckemann.

 

Das insgesamt auf 8 Jahre angelegte Modellprojekt endet im März 2022. Ziel ist es, die elektronisch gestützte Lösung für eine optimierte Arzneimitteltherapiesicherheit anschließend bundesweit in der Regelversorgung zu etablieren. (et)

 

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12.09.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Alexander Raths

 

 

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