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Erdbeeren und Tomaten: Sorte bestimmt Allergengehalt

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Erdbeeren und Tomaten: Sorte bestimmt Allergengehalt
 


Rugantino und Rhianna ja, Farbini und Bambello eher nein: Dieser Tipp gilt nicht der Partnerwahl, sondern der Tomatenwahl. Zumindest Menschen mit Birkenpollenallergie sollten darauf achten. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) untersuchte, welche Erdbeer- und Tomatensorten (Solanum lycopersicum und Fragaria x ananassa) weniger Allergene enthalten als andere.

 

In den beiden erstgenannten Tomatensorten fanden sie die geringsten Konzentrationen des allergenen Proteins Sola l4, während die beiden anderen die höchsten Gehalte aufwiesen. In 23 mit einem speziell entwickelten ELISA (enzyme-linked immunosorbent assay) untersuchten Varietäten variierte der Allergengehalt signifikant zwischen 0,24 und 1,71 µg Sola l4/g Frischgewicht. Das Trocknen der Tomaten verringerte den Proteingehalt erheblich.

 

Die Forscher unter Leitung von Professor Dr. Wilfried Schwab vom Lehrstuhl für die Biotechnologie der Naturstoffe hatten dieses Tomatenprotein ausgewählt, da es strukturell stark dem Haupt-Birkenpollenallergen Bet v1 ähnelt, und Patienten mit Birkenpollenallergie sehr oft auch auf Tomaten und andere Früchte allergisch reagieren. Ihr Fazit: Größe, Form und Farbe der Tomaten waren nicht ausschlaggebend für den Allergengehalt – es kam nur auf die Sorte an. Auch die Anbaubedingungen, konventionell oder ökologisch, hatten kaum Einfluss.

 

In einer zweiten Studie quantifizierten die Forscher die Gehalte an Fra a1-Protein, einem Bet v1-homologen Protein, in Erdbeeren mit einem neu entwickelten ELISA. In 20 verschiedenen Genotypen variierten die Gehalte von 0,67 bis 3,97 µg/g Frischgewicht. Auch bei den Erdbeeren war nur der Genotyp entscheidend; weder die Farbe – rot, weiß oder gelb – noch der Anbau spielten eine Rolle. Auch bei den Erdbeeren konnten die Wissenschaftler die Hitzeempfindlichkeit der Proteine bestätigen. Aber wer mag schon bei 99 °C getrocknete Erdbeeren?

 

Allergiegeplagten Tomaten- und Erdbeerfreunden bleibt nur die Hoffnung, dass die untersuchten Proteine künftig als Marker für die Züchtung von hypoallergenen Tomaten- und Erdbeersorten dienen können. (bmg)

 

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16.07.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Hanna

 

 

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