Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Hubmann: Freie Apothekenwahl beim E-Rezept sicherstellen

NACHRICHTEN

 
Hubmann: Freie Apothekenwahl beim E-Rezept sicherstellen
 


Beim elektronischen Rezept, kurz E-Rezept, drücken die Apotheker aufs Tempo. Bis Ende 2018 wollen sie eine funktionierende Lösung für den Datenfluss anbieten. Dies werde noch keine perfekte Lösung sein, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbands (BAV), Hans-Peter Hubmann (Foto), bei der gestrigen Mitgliederversammlung in München. «Wir werden mit einer Version starten, die sich weiterentwickeln wird.» Derzeit würden verschiedene Vorschläge geprüft.

 

Die Apotheker wollen dabei unbedingt ihre Grundpositionen verankern. Dazu zählte der BAV-Chef die größtmögliche Datensicherheit bei allen digitalen Übertragungswegen eines e-Rezepts und die freie Apothekenwahl des Patienten. Dass der Patient frei wählen kann, wo er sein e-Rezept einlöst, bezeichnete Hubmann als conditio sine qua non. Es dürfe keine Zuweisung von Rezepten geben.

 

Zudem plädierte er nachdrücklich für einen gemeinsamen Weg. «Wir brauchen technisch eine praktikable und einheitliche Lösung für ganz Deutschland, keinen Flickenteppich.» Hubmann sieht den Berufsstand bei der Umsetzung des E-Rezepts als digitalen Vorreiter. «Wir Apotheker sind ganz vorne an der Spitze der Bewegung und gestalten unsere Zukunft selbst.»

 

Mit Stolz wies er in der Diskussion auf die Vereinbarung zwischen BAV und der Münchner Noventi Group hin, die Arzneimittel-Vorbestellplattform «CallmyApo» jeder BAV-Mitgliedsapotheke kostenlos anzubieten. «Das ist ein datenschutztechnisch 100-prozentig sicherer Weg der Vorbestellung.» Die App könne eine der Grundlagen für eine bundesweit funktionierende Vorbestell-Plattform sein.

 

Bei aller Digitalisierung müsse die Apotheke für den Patienten erlebbaren Mehrwert bringen. «Unser aller Aufgabe ist es, den Versorgungsauftrag darzustellen.» Als wirtschaftliche Basis sieht Hubmann nach wie vor die packungsorientierte Bezahlung. «Abgabe und Beratung dürfen nicht getrennt werden. Diese Einheitlichkeit muss erhalten bleiben.» Hinzu kämen neue Dienstleistungen, die zusätzlich honoriert werden müssten.

 

Das wichtigste Ziel der politischen Verbandsarbeit sei aber nach wie vor die Beschränkung des Versandhandels auf rezeptfreie Arzneimittel, betonte Hubmann in der Mitgliederversammlung. Mit unverminderter Kraft dränge der Berufsstand auf die Umsetzung des Koalitionsvertrags. «Oberstes Ziel ist der Erhalt der Gleichpreisigkeit. Nur ein Rx-Versandverbot gewährleistet dies.» (bmg)

 

Mehr zum Thema Rx-Versandverbot

 

12.07.2018 l PZ

Foto: BAV

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

Weitere Nachrichten

 


Apotheker ohne Grenzen: Halbzeit für Sommerbullitour

Seit vier Wochen ist der Bulli von Apotheker ohne Grenzen nun schon quer durch Deutschland unterwegs. Zwischenfazit der Hilfsorganisation:...



Schwangerschaftsabbrüche: Zahl geht leicht zurück

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist im ersten Halbjahr leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte,...



Cannabis: Südafrika erlaubt privaten Anbau und Konsum

Südafrikas Verfassungsgericht hat den privaten Anbau und Konsum von Marihuana und anderen Cannabis-Produkten für legal erklärt. Der Genuss...



Geburt im Krankenhaus: Zahl der Kaiserschnitte konstant

In deutschen Klinik-Kreißsälen sind im vergangenen Jahr 777.820 Kinder geboren worden. Die Zahl der Krankenhausgeburten blieb damit...

 
 

UN: Alle fünf Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind unter 15
Alle fünf Sekunden ist einem UN-Bericht zufolge im vergangenen Jahr auf der Welt ein Kind unter 15 Jahren gestorben. Insgesamt seien das...

Kinderhilfswerk: Schulweg möglichst ohne Elterntaxi
Elterntaxi stehenlassen – unter diesem Motto werben das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verkehrsclub Deutschland seit Anfang der Woche für...

Colitis und M. Crohn: Was bei älteren Patienten zu beachten ist
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können in jedem Alter auftreten. Meist erkranken...

«Datenklau»-Prozess: Anwalt will Daniel Bahr vorladen
Im Prozess um vermeintlichen Datendiebstahl im Bundesgesundheitsministerium (BMG) ist weiterhin keine Ende absehbar. Weil noch immer nicht...

Arnold: «Qualität ist das A und O im Apothekenalltag»
Praktische Themen des Apothekenbetriebs wie unter anderem die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung oder der...

Brandenburg: Neue Gesundheitsministerin nominiert
Nach dem Pharmaskandal in Brandenburg soll die aus Leipzig stammende frühere Bundestagsabgeordnete Susanna Karawanskij neue...

Vivy: Ab heute digitale Patientenakte für Millionen Versicherte
Millionen Versicherte sollen ab diesem Montag ihre Gesundheitsdaten über eine neue Handy-App verwalten können. In der digitalen Akte «Vivy»...

LAK Hessen: Fehler berichten und daraus lernen
Anlässlich des Internationalen Tages der Patientensicherheit am heutigen Montag ermöglicht es die Landesapothekerkammer Hessen ihren...

Apotheker: «Beratung und Zuwendung sind Ihr Mehrwert»
«Unser Gesundheitssystem braucht nicht noch mehr Leistung, Fitness und Produktivität, sondern die Wiederauferstehung von Nächstenliebe und...

Neuer Rekord: Fast 70.000 Hundertjährige in Japan
Japans «Club der Hundertjährigen» wächst und wächst: Insgesamt 69.785 Menschen im Alter von 100 oder mehr Jahren zählt die drittgrößte...

Hilfe für Kinder: AKWL lud zu Spielen für einen guten Zweck
Wer ein ferngesteuertes Plastikbötchen immer wieder durch einen Reifen lenken oder einen möglichst ausdauernden Papierflieger falten soll,...

Tofacitinib: Jetzt auch für Colitis-Patienten
Seit wenigen Tagen steht der Januskinase-Inhibitor Tofacitinib (Xeljanz® von Pfizer) auch für Patienten mit mittelschwerer bis...

USA: Valsartan-Präparate enthielten zweites Toxin
Zumindest für den US-amerikanischen Hersteller Torrent Pharmaceuticals wurde jetzt bekannt, dass drei Chargen seiner bereits...

Noch mehr Meldungen...


PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 



ARCHIV DER HEFT-PDF

 
PDF der Druckausgabe zum Download
 









DIREKT ZU