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Depression in den Wechseljahren: Schilddrüse checken lassen

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Depression in den Wechseljahren: Schilddrüse checken lassen
 


Deutsche Forscher haben einen starken Zusammenhang zwischen Depressionen und Angsterkrankungen mit einer chronischen Erkrankung der Schilddrüse festgestellt. Patienten mit der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis haben der neuen Studie zufolge ein 3,5-fach höheres Risiko für eine Depression. Das Risiko für die Diagnose Angst lag bei ihnen 2,3-fach höher. Dies berichten Wissenschaftler um Dr. Teja Wolfgang Grömer von der Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg im Fachblatt «JAMA Psychiatry».

 

Was zunächst moderat klinge, sei insofern relevant, weil alle drei Erkrankungen sehr häufig auftreten, so die Wissenschaftler. Daraus ergebe sich, dass mehr als 40 Prozent der Depressionen und 30 Prozent der Angsterkrankungen bei Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis vorkämen. In die systematische Übersichtsarbeit gingen die Daten von mehr als 36.000 Studienteilnehmern ein.

Nach Angaben der Forscher sind etwa 10 Prozent der Bevölkerung von der autoimmunen Schilddrüsenerkrankung betroffen. In deren Verlauf kommt es zu einer anhaltenden Entzündung der Schilddrüse. Deren Hormone beeinflussen sowohl den Stoffwechsel und zellulären Energiehaushalt als auch die gefühlte Energie und die Psyche. Eine Hashimoto-Thyreoiditis führt bei Betroffenen zu spezifischen psychischen Symptomen, unter anderem innerer Unruhe, Anspannung und Erschöpfung.

 

Meist erkranken die Patienten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Da der Beginn der Erkrankung oft mit den Wechseljahren zusammenfällt und normalerweise keine Schmerzen verursacht, werde die Schilddrüsenentzündung jedoch leicht übersehen, als Wechseljahrsbeschwerden oder eben als reine Depression oder Angst fehlgedeutet, so die Autoren. Würden die Zusammenhänge erkannt, könne der behandelnde Arzt eine spezielle Therapie anwenden und frühzeitig gewichtsneutrale Antidepressiva sowie das Spurenelement Selen zur Behandlung einsetzen, sagt Grömer. Der in Bamberg niedergelassene Arzt empfiehlt, alle Patienten mit Depression und Angst auf die für Hashimoto typischen Antikörper zu testen. (hh)

DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2018.0190

 

17.05.2018 l Aponet/PZ

Foto: Fotolia/Alexander Raths

 

 

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