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Digitale Alternativen

EDITORIAL

 

Digitale Alternativen


Es bewegt sich etwas. Sie kommen, die digitalen Alternativen im Gesundheitswesen, die unter bestimmten Umständen Patienten das Leben ­erleichtern können. Es ist schön, wenn etablierte Versorgungsformen um neue Optionen erweitert werden. Solange sie diese nicht ersetzen sondern ergänzen, tragen sie effektiv zu einer besseren Gesundheitsver­sorgung bei.

 

Die Ärzte etwa wollen die Regelungen zur Fernbehandlung lockern. Das haben sie auf dem Deutschen Ärztetag beschlossen. Künftig sollen Pa­tienten sich online von einem Arzt beraten lassen können, ohne zuvor ­persönlich einmal in der Praxis vorstellig gewesen zu sein (lesen Sie dazu Deutscher Ärztetag: Weg frei für die Online-Sprechstunde). Das ist eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Regelung, von der viele Menschen – insbesondere in ländlichen Gebieten – profitieren können. Es spart lange Anfahrtswege, lästige Wartezeiten in überfüllten Praxen und ermöglicht einen leichteren Zugang zu Spezialisten. Aber es ersetzt natürlich nicht den persönlichen Kontakt zum Arzt. Dieser soll nach wie vor im Zentrum stehen. Das ist der Goldstandard.

 

Mit der Ausweitung der Online-Sprechstunde dürfte auch das Thema E-Rezept einen Schub bekommen. Die elektronische Übermittlung von ­Rezepten macht für Apotheken und Patienten die Arzneimittelversorgung unkomplizierter und schneller. Sie ergänzt das bestehende System, aber keine Online-Apotheke ersetzt die persönliche Beratung vor Ort. Die ­stationäre Apotheke bleibt Goldstandard. Gerade auch nach einer tele­medizinischen Arztvisite ist eine persönliche Beratung bei der Arz­nei­mittelab­gabe umso wichtiger.

 

Es ist immer gut, wenn man die Wahl hat. Das sieht auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) so und plant deshalb Alternativen zur elektronischen Gesundheitskarte (EGK). Wer möchte, soll künftig auch via Smartphone-App auf seine Gesundheitsdaten wie Diagnosen, Medikationspläne und Ähnliches zugreifen können (lesen Sie dazu Elektronische Gesundheitskarte: Kein Ende mit Schrecken). Das ist sicherheitstechnisch anspruchsvoll, aber durchaus zeitgemäß. Die Leistungserbringer gelangen per EGK des Patienten in das Gesundheitsnetz. Der Patient kann sich aussuchen, ob er die Karte oder die App bevorzugt, um seine Daten einzusehen. Es geht um Alternativen. Und vor allem geht es um den Patienten. Und der verdient den Goldstandard.


Ev Tebroke

Redakteurin Politik & Wirtschaft



Beitrag erschienen in Ausgabe 20/2018

 

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