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Tierversuch: Alzheimer-Medikament gegen Alkoholschäden

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Tierversuch: Alzheimer-Medikament gegen Alkoholschäden
 


Alkoholkonsum, insbesondere in der Jugend, wirkt sich negativ auf Erinnerungsvermögen und Lernfähigkeit aus. Womöglich kann das Alzheimer-Medikament Donepezil diese Effekte abmildern oder sogar rückgängig machen. Das vermuten Forscher des Medical Centers der Duke Universität in Durham, North Carolina, aufgrund von Experimenten an Ratten. Jungtiere erhielten mehrmals pro Woche mittlere Dosen Alkohol, die der Promillegrenze zum Fahrverbot in den USA entsprechen (0,8 Promille). Die Forscher ließen die Tiere auswachsen und sezierten anschließend ihre Gehirne. Dabei zeigte sich, dass die Neuronen deutlich weniger dendritische Fortsätze hatten als bei abstinenten Vergleichstieren, schreiben die Wissenschaftler um Patrick J. Mulholland im Fachmagazin «Alcoholism: Clinical and Experimental Research».

Damit gehe ein Verlust in der Verarbeitung von Informationen einher, erklären die Forscher in einer Pressemitteilung der Universität. Doch eine kurzzeitige Behandlung mit dem Cholinesterase-Hemmer Donepezil ließ die dendritischen Fortsätze wieder sprießen – vermutlich durch Regulation des Gens Fmr1 (Fragile X Mental Retardation 1). Mutationen in diesem Gen stehen in Verbindung zu Entwicklungsverzögerungen, Autismus und Parkinson. Auch Alkohol beeinflusst die Expression von Fmr1. Donepezil scheint dessen Effekt aufzuheben, wie sich an entsprechend behandelten alkoholgeschädigten Ratten zeigte.

«Klinische Studien zeigen immer deutlicher, dass Jugendliche, die früh starten und durchgängig während ihrer Studienjahre Alkohol trinken, Probleme mit dem Lernen und dem Erinnerungsvermögen bekommen», so Seniorautor Professor Dr. Scott Swartzwelder. Die Effekte seien meist subtil, aber messbar. Er hofft, dass die Forschung seiner Arbeitsgruppe dazu beiträgt, solche Schäden irgendwann einmal rückgängig machen zu können. Bis dahin ist es jedoch noch ein sehr weiter Weg. (dh)

DOI: 10.1111/acer.13599

19.02.2018 l PZ

Foto: Fotolia/lubfot

 

 

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