Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

EMA-Neubewertung: Rote-Hand-Brief für Gadolinium-Kontrastmittel

NACHRICHTEN

 
EMA-Neubewertung: Rote-Hand-Brief für Gadolinium-Kontrastmittel
 


Ab Ende Februar ruht die Zulassung für alle intravenösen linearen Gadolinium-haltigen Kontrastmittel mit Ausnahme der Wirkstoffe Gadoxetsäure (Primovist®) und Gadobensäure (Multihance®). Diese Diagnostika dürfen jedoch nur für Magnetresonanztomografien (MRT) der Leber eingesetzt werden, da makrozyklische Wirkstoffe hier weniger geeignet sind. Gadopentetsäure (Magnevist®), ebenfalls ein lineares Kontrastmittel, bleibt verfügbar, jedoch ausschließlich zur intraartikulären Verwendung. Alle makrozyklischen Gadolinium-haltigen Kontrastmittel bleiben ebenfalls verfügbar. Darauf machen die Hersteller in einem Rote-Hand-Brief aufmerksam.

Hintergrund ist eine Neubewertung durch die EMA. So können sich bei der intravenösen Anwendung geringe Mengen Gadolinium im Gehirn ablagern. Mit linearen Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln wurden dabei mehr Ablagerungen beobachtet als mit makrozyklischen. Zwar gibt es bislang keine Hinweise auf eine Schädigung der Patienten, aber die langfristigen Auswirkungen sind noch unbekannt. Daher haben die Arzneimittelbehörden den Einsatz nun eingeschränkt.

Vom Ruhen der Zulassung sind folgende Präparate betroffen: Magnevist® (Gadopentetsäure, i.v.), Omniscan® (Gadodiamid), Optimark® (Gadoversetamid) sowie generische Produkte.

Gadolinium ist ein stark paramagnetisches Lanthanoid, das die Kontrastunterschiede verschiedener Gewebe in einer MRT-Aufnahme erhöht. Ärzte sollten Gadolinium-haltige Kontrastmittel nur anwenden, wenn essenzielle diagnostische Informationen mit einer MRT ohne Kontrastverstärkung nicht gewonnen werden können, heißt es im Rote-Hand-Brief. Dabei sollten sie immer die niedrigste Dosis gemäß Fachinformation für die Diagnose verwenden. (dh)

Lesen Sie dazu auch

Rote-Hand-Brief vom 08.01.2018

 

11.01.2018 l PZ

Foto: Fotolia/antoine2k

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

Weitere Nachrichten

 


Digitalisierung: Vorsicht vor «ethischen Freihandelszonen»

Von der Zeit kann sich niemand frei machen – und auch nicht von der Digitalisierung. Diese setze Erwartungen und Normen und verändere die...



Valsartan-Rückruf: Patienten sollen Präparat wechseln

Patienten sollten Valsartan-Tabletten der Hersteller, die von den derzeitigen Rückrufen betroffen sind, nicht weiter einnehmen und in...



Prostatakrebs: Weitere Sicherheitsbedenken zu Xofigo

Das Prostatakrebsmittel Radium-223-dichlorid (Xofigo®) sollten nur noch Patienten erhalten, für die es keine Alternativen gibt...



Krebsmedikamente: Magazin berichtet über Schmuggelskandal

Über einen Fall von angeblich nach Deutschland geschmuggelten Krebsmedikamenten hat das Politik-Magazin Kontraste gestern in seiner Sendung...

 
 

LDL-Cholesterol: Klebrig ist schlecht
Ein hoher LDL-Cholesterol-Spiegel gilt als Risikofaktor für Plaquebildung und Herzinfarkt. Doch LDL ist nicht gleich LDL: Finnische...

E-Rezept: Absichtserklärung soll Modellprojekt den Weg ebnen
Über kurz oder lang wird sie kommen, die elektronische Verordnung von Medikamenten. Besonders wichtig ist den Apothekern, dass der Patient...

Sartane: AMK veröffentlicht Tabelle zu Äquivalenzdosen
Vor dem Hintergrund drohender Lieferengpässe für Präparate mit dem AT1-Blocker Valsartan kann es im Einzelfall sinnvoll sein, auf einen...

Pharmaunternehmen: Ermittlungen wegen Giftstoffexporten
Die Oldenburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Pharmaunternehmen wegen des Verdachts illegaler Exporte giftiger Substanzen in die...

Krebsrisiko verschwiegen? Milliardenstrafe für Pharmakonzern
Der US-amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson ist zu einer Milliardenstrafe verurteilt worden, weil bestimmte...

Silibinin: Neuer Ansatz bei Morbus Cushing?
Das pharmazeutische Unternehmen IBI Lorenzini will den pflanzlichen Wirkstoff Silibinin aus der Mariendistel (Silybum marianum) bei Morbus...

Letzte Mahlzeit: Ötzi verspeiste Steinbock und Hirsch
Ötzi hat in den letzten Tagen vor seinem Tod Steinbock, Hirsch und Getreide gegessen und dabei reichlich Fett verzehrt. Das schließt ein...

Medikamente: Was Gewässer schädigt, soll teurer werden
Arzneimittel, deren Rückstände Gewässer schädigen, sollen möglicherweise teurer werden. Das Umweltbundesamt (UBA) prüft derzeit,...

Synthese: Wie kam N-Nitrosodimethylamin ins Valsartan?
Nach aktuellen Vermutungen könnte bereits seit einer Umstellung des Herstellungsverfahrens im Jahr 2012 bei der Produktion von Valsartan...

PEI: Impfstoff-Lieferengpässe besser voraussehen
Apotheker und andere Interessierte sollen in Zukunft schneller erfahren, ob Lieferengpässe bei bestimmten Impfstoffen drohen. Für diese...

Valsartan: Patienten beunruhigt und verärgert
Verunsichert durch Medienberichte kommen viele verunsicherte Patienten mit ihren Valsartan-haltigen Arzneimitteln in die Apotheken und...

Hilfstaxe: Zyto-Apotheker wollen komplette Kündigung
Die Zytostatika herstellenden Apotheker drängen weiterhin darauf, die Anlage 3 der sogenannten Hilfstaxe zu kündigen. Erst vor zwei Tagen...

Valsartan: Rückruf-Aktion voraussichtlich abgeschlossen
Vermutlich folgen keine Rückrufe weiterer Hersteller von Valsartan-haltigen Medikamenten, berichtet die Arzneimittelkommission der...

Vaginales Mikrobiom: Überträgt es mütterlichen Stress?
Der körperliche und mentale Stress einer Schwangeren wird möglicherweise auch durch deren vaginales Mikrobiom auf den Nachwuchs übertragen....

Alzheimer: Teilerfolg für neuen Wirkstoff
Der humanisierte monoklonale Antikörper BAN2401 hat in einer Phase-II-Studie mit Alzheimer-Patienten im Frühstadium das Fortschreiten der...

Noch mehr Meldungen...



PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 



ARCHIV DER HEFT-PDF

 
PDF der Druckausgabe zum Download
 









DIREKT ZU