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Neurodermitis: Die Erkrankung proaktiv angehen

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Neurodermitis: Die Erkrankung proaktiv angehen
 


Patienten mit Neurodermitis müssen gründlich aufgeklärt und geschult werden, um ihre Erkrankung in den Griff zu bekommen. «Die Basispflege mit Emollientpräparaten ist das A und O», betonte Professor Dr. Regina Fölster-Holst von der Universitäts-Hautklinik Kiel beim 10. Fortbildungstag der Apothekerkammer Schleswig-Holstein am vergangenen Sonntag in Bad Segeberg. «Das ist keine reine Pflege, sondern im Prinzip eine Substitution mit Substanzen, die der Haut von Neurodermitikern fehlt», erklärte die Dermatologin. Denn für ihre Barrierefunktion braucht die Haut Lipide, wie sie in vielen Präparaten für Neurodermitis-Patienten enthalten sind. Dadurch verbessert sich die Zahl und Ausrichtung der Lipidlamellen in der obersten Hautschicht. Diese Lamellen müssen in Reih und Glied ausgerichtet sein, um die Barrierefunktion zu erhalten, erklärte Fölster-Holst. Durch das ein- bis zweimal tägliche Eincremen mit Emollienzien lassen sich wirkstoffhaltige Topika mit Glucocorticoiden oder Calcineurin-Inhibitoren sparen.

 

Ist ein Schub vorüber, rät Fölster-Holst ihren Patienten zu einer proaktiven Therapie. Statt also auf den nächsten Schub zu warten, sollten die betroffenen Stellen über zwei bis drei Monate zweimal wöchentlich weiter mit Glucocorticoiden oder Calcineurin-Inhibitoren behandelt werden. So ließe sich eine subklinische Inflammation unterdrücken und die Schubrate reduzieren. Zwar sei für dieses neue Vorgehen die Evidenzlage noch zu dünn für eine Aufnahme in die Leitlinie, doch Fölster-Holst ist sich sicher, dass dies bald kommt.

 

Ein proaktives Vorgehen rät sie auch Eltern mit Neugeborenen, die ein hohes Risiko für Neurodermitis haben, weil die Eltern selbst betroffen sind. «In zwei Pilotstudien konnte gezeigt werden, dass eine wirkstofffreie Basispflege des gesamten Körpers mindestens einmal täglich ab der ersten Lebenswoche das Auftreten von Neurodermitis in den ersten sechs Lebensmonaten um 30 bis 50 Prozent reduziert», so Fölster-Holst. Die verwendeten Präparate sollten keine Duftstoffe und möglichst wenig Zusatzstoffe enthalten. Für Rezepturen empfahl die Dermatologin Unguentum leniens oder Basiscreme DAC als Grundlage. (dh)

 

Lesen Sie dazu auch

Neurodermitis: Tiefgreifende Therapien in der Pipeline, Meldung vom 13.11.2017

 

14.11.2017 l PZ

Foto: Fotolia/picsfive

 

 

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