Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Rationale Phytotherapie: Nützlich und wissenschaftsbasiert

NACHRICHTEN

 
Rationale Phytotherapie: Nützlich und wissenschaftsbasiert
 


Schon immer haben Menschen ihre Beschwerden mit dem behandelt, was sie in der Natur gefunden haben. «Pflanzliche Arzneimittel sind untrennbar mit unserer Geschichte verbunden», sagte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Goethe-Universität Frankfurt bei einem Vortrag in der Pharma-World. Heute müsse die rationale Phytotherapie aber den selben Ansprüchen genügen wie chemische Arzneistoffe: Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität müssen nachgewiesen sein.

 

Ob bei Erkältungen oder Magen-Darm-Beschwerden, pflanzliche Arzneistoffe spielen in der Selbstmedikation eine entscheidende Rolle. Patienten greifen laut Schubert-Zsilavecz gerne zu Phytopharmaka. Sie wünschen sich gut verträgliche Arzneimittel, sei es aufgrund guter eigener Erfahrung oder durch die Empfehlung in der Apotheke.

 

Pflanzliche Arzneimittel sind aber nicht nur für den Einzelnen von Nutzen, sondern auch für die Gesellschaft, wie Schubert-Zsilavecz anhand einer Studie verdeutlichte. Die Einnahme von Phytopharmaka könne die Arbeitsunfähigkeit signifikant verkürzen. Auch seien sie oft günstiger als neue, synthetische Arzneimittel.

 

Die Evidenz der pflanzlichen Arzneimittel sei ein zentrales Thema und werde auch von Verbraucherschutzmagazinen aufgegriffen. Wenn die Evidenz nicht gegeben sei, würden diese von Produkten abraten. Deshalb müsse auch in der Apotheke  klar zwischen Produkten mit unterschiedlicher Evidenzlage unterschieden werden, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies sei inzwischen durch präklinische Charakterisierungen oder durch klinische Studien möglich. Aufgrund der guten Studienlage würden Experten, Leitlinien, Behörden und Kostenträger die Vorteile pflanzlicher Arzneimittel zunehmend auch anerkennen, fasste Schubert-Zsilavecz zusammen. Bei Reizdarm, Demenz, Colitis ulcerosa und Depressionen sind Phytopharmaka demnach bereits Bestandteil von S3-Leitlinien. (cw)

 

Mehr zum Deutschen Apothekertag 2017

 

15.09.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Sonja Birkelbach

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Hilfstaxe: Keine Einigung bei Zytostatika

Jetzt muss die Schiedsstelle entscheiden: Bei den Verhandlungen zur Vergütung der Zytostatika-Herstellung gab es in der Schiedsstelle...



Semaglutid: Spritze bald, Tablette später

Mit Semaglutid (Ozempic® Injektionslösung) könnte demnächst ein neues Typ-2-Diabetesmedikament auf den Markt kommen. Zumindest...



Rote-Hand-Brief: Medikationsfehler bei Eligard möglich

Bei der Anwendung des Leuprorelin-haltigen Präparats Eligard® kann es zu Medikationsfehler durch Überdrehen der Sicherheitsnadel...



Cannabis auch in Dänemark bald auf Rezept

Patienten können ab dem kommenden Jahr auch in Dänemark Cannabis auf Rezept bekommen. Das Parlament in Kopenhagen stimmte einem...

 
 

Hypophosphatämie: Zulassungsempfehlung für Burosumab
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat den Antikörper Burosumab (Crysvita®) zur...

Kinderarzneimittel: Förderpreis als Anreiz
Als Anreiz für die Entwicklung von kindgerechten Arzneimitteln hat die Initiative Arzneimittel für Kinder nun seit 2016 zum zweiten Mal...

Studie: Gentherapie heilt Hämophilie A
Eine Gentherapie, die bei Hämophilie A das fehlende Gen für den Blutgerinnungsfaktor VIII ersetzt, hat sich in einer Phase-I/-II-Studie als...

Stiftung Warentest stellt Erkältungsmittel auf den Prüfstand
Die Stiftung Warentest hat ihre Empfehlungen zu Erkältungspräparaten überarbeitet. Deren Experten raten nach wie vor von...

Länder wollen Werbeverbot für Abtreibungen abschaffen
Mehrere Bundesländer wollen das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche abschaffen. Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Thüringen...

Staat soll Geringverdienerinnen Verhütungsmittel zahlen
Frauen mit geringem Einkommen sollen nach dem Willen der Bundesländer Verhütungsmittel generell vom Staat bezahlt bekommen. Das sieht eine...

GKV bekommt 10 Milliarden zu wenig für Hartz-IV-Empfänger
Die Bundesregierung erstattet den Krankenkassen nach einem Zeitungsbericht jedes Jahr fast zehn Milliarden Euro weniger, als für die...

Gerüchte: Stada an Mercks OTC-Sparte interessiert
Das Geschäftsfeld mit rezeptfreien Medikamenten des Darmstädter Merck-Konzerns scheint auf großes Interesse zu stoßen. Zu den Bietern in...

Erschöpfung: Arbeit und Freizeit klar trennen
Wer Arbeit und Freizeit nicht klar trennt, ist schneller erschöpft und gefährdet sein Wohlbefinden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie...

Notdienstpauschale: Knapp 270 Euro pro Dienst
Für jeden geleisteten Nacht- und Notdienst im dritten Quartal 2017 erhalten Apotheken eine Pauschale von 268,07 Euro. Die vom Deutschen...

Lübeck: Hochmoderne Krankenhausapotheke eröffnet
Auf dem Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ist die umgebaute und erweiterte Krankenhausapotheke übergeben...

Gesund ernähren auch an Weihnachten: So geht’s
Mit kleinen Änderungen lassen sich auch über die Weihnachtstage viele Kalorien einsparen, ohne auf Genuss zu verzichten. Konkrete Tipps...

Generikahersteller Teva will 14.000 Stellen streichen
Der kriselnde Pharmakonzern Teva will weltweit 14.000 Stellen streichen. Dies teilte das Unternehmen heute mit. Teva (hebräisch für: Natur)...

Noch mehr Meldungen...


PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU