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DAT-Fazit: Der Gesetzgeber muss handeln

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DAT-Fazit: Der Gesetzgeber muss handeln
 


Der Deutsche Apothekertag 2017 ist Geschichte. Im Interview mit der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zieht ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (Foto) Bilanz.

 

PZ: Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Botschaft des Deutschen Apothekertages?

Schmidt: Es ist uns immer wichtig, eine politische Botschaft auszusenden. Aktuell ist dies für uns: Der Gesetzgeber muss handeln. Nach der Bundestagswahl muss das Thema Rx-Versandverbot schnell auf die politische Agenda.

 

PZ: Bei der Antragsberatung während des Apothekertages gab es wenig Dissens. Ist das ein Indiz für Einigkeit oder für Gleichgültigkeit in der Apothekerschaft?

Schmidt: Gleichgültigkeit ist es ganz sicher nicht. Ich denke, dass die besondere Situation, die wir seit dem EuGH-Urteil haben, die Apotheker zusammenrücken lässt. Ich denke, dass das gemeinsame Ziel Rx-Versandverbot zu dieser Entwicklung geführt hat.

 

PZ: Der erste Leitantrag zur Sicherung des einheitlichen Abgabepreises für verschreibungspflichtige Arzneimittel war sicherlich der wichtigste der rund 40 Anträge, dennoch hat es keine Diskussion darüber gegeben, woran liegt das?

Schmidt: Der Antrag war unser zentrales Anliegen. Ich denke es war allen Delegierten klar, dass es hier eine Einstimmigkeit geben muss. Insofern war eine Diskussion zu dem Thema nicht mehr notwendig. Das ändert nichts, an der großen Bedeutung des Antrags.

 

PZ: Registriert die Politik, was beim deutschen Apothekertag geschieht oder spielt dies für die Politiker keine Rolle?

Schmidt: Zumindest die Gesundheitspolitiker nehmen den Deutschen Apothekertag und dessen Inhalte wahr. Ein starkes Zeichen dafür war in diesem Jahr der Besuch von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bei der Eröffnung. Es wird durchaus registriert, worüber die Hauptversammlung diskutiert.

 

PZ: Zum Schluss des Deutschen Apothekertages gab es beim Thema Digitalisierung doch noch ein paar kleinere Kontroversen. Vollkommen auf Digitalisierungskurs sind die Apotheker noch nicht. Können sich die Apotheker das leisten?

Schmidt: Keine Frage, die Digitalisierung ist eine große Herausforderung, nicht nur für Apotheker. Ich habe selbst noch keine abschließende Position dazu. Für mich ist die Digitalisierung in erster Linie ein technischer Prozess. Dabei besteht auch das Risiko, dass Lösungen gefunden werden, die wir nicht brauchen. Das schafft auch bei Apothekern Verunsicherung. Auf der anderen Seite können wir es uns nicht leisten, das Thema zu ignorieren. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren keinen Apothekertag haben werden, in dem es nicht um Digitalisierung geht. 

 

Mehr zum Deutschen Apothekertag 2017

 

15.09.2017 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller

 

 

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