Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Delegierte uneins über Impfungen in der Apotheke

NACHRICHTEN

 
Delegierte uneins über Impfungen in der Apotheke
 


Seit Jahren wollen die Apotheker mehr Aufgaben in der Prävention übernehmen. Beim Deutschen Apothekertag in Düsseldorf untermauerten sie diese Forderung noch einmal. Mit großer Mehrheit unterstützten die Delegierten einen Antrag des Apothekerverbands Nordrhein, der die Politik dazu auffordert, die Apotheker stärker in die Gesundheitsvorsorge einzubeziehen. Die Pharmazeuten seien für diese Herausforderung bestens gewappnet, heißt es. «Nicht umsonst sind die Apotheken erste Anlaufstelle für die gesundheitlichen Fragen der Versicherten.»

 

In die Prävention würden sich die Apotheker gerne an verschiedenen Stellen einbringen, unter anderem bei Impfungen. Die Apothekerkammer Berlin hatte dazu einen Antrag eingereicht, der für Diskussionen sorgte. Demnach sollen die Apotheker nicht nur in der Impfberatung eine stärkere Rolle spielen, sondern in bestimmten Fällen auch selbst impfen, wie dies in anderen europäischen Ländern bereits heute üblich ist. «Neben Ängsten vor Risiken und Nebenwirkungen sind vor allem auch organisatorische Gründe die Ursache für die abnehmende Impfbereitschaft», so die Kammer zur Begründung. Daher müsse man die heilberuflichen Kräfte stärker als bisher bündeln, um die Durchimpfungsrate zu steigern.

 

Dazu gab es im Plenum sowohl positive als auch kritische Stimmen. Einige Delegierte warnten vor möglichen Verwerfungen mit den Ärzten, sollten die Apotheker künftig Impfungen übernehmen. Schließlich handelt es sich dabei um eine Aufgabe, die bislang allein den Medizinern vorbehalten ist. Im Gegenzug könnten die Ärzte etwa ein Dispensierrecht einfordern, so die Befürchtung. Auch ABDA-Präsident Friedemann Schmidt riet zur Vorsicht. Man müsse sensibel mit diesem Thema umgehen, sagte er. Das gelte ganz besonders mit Blick auf die nahende Bundestagswahl. Niemand wisse, was am Ende in einem Koalitionsvertrag steht. „Ein Konfrontationskurs mit den Ärzten ist gerade in der jetzigen Situation nicht ohne Risiko“, so Schmidt. Den Antrag werden die Apotheker nun zunächst im zuständigen Arbeitsausschuss des ABDA weiter beraten. (sch)

 

Mehr zum Deutschen Apothekertag 2017

 

14.09.2017 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Länder wollen kostenlose Verhütungsmittel für Arme

Frauen mit geringem Einkommen sollten Verhütungsmittel künftig bundesweit gratis bekommen. Das fordern die Länder Bremen und Niedersachsen...



Übernahme: Shop Apotheke kauft Europa Apotheek Venlo

Der Arzneimittel-Versandhändler Shop Apotheke Europe wächst weiter: Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden teilte heute mit, dass es...



Nach der Wahl: Schmidt fordert verlässliche Strukturen

Aus Sicht der Apotheker muss die neue Bundesregierung gerade im Gesundheitswesen für mehr Verlässlichkeit sorgen. Das Wahlergebnis zeige...



GKV-Gelder: Bayern fordert mehr Verteilungsgerechtigkeit

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) beharrt auf Korrekturen am Finanzierungssystem der

 
 

Region Aachen: Anträge für Jodtabletten verdoppelt
In der Region Aachen haben laut «Spiegel» inzwischen mehr als 75.000 besorgte Bürger vorsorglich Jodtabletten für den atomaren Ernstfall...

LAV: Die Zukunft ist digital – auch in Apotheken
Die 22. Wirtschaftstage und die gleichzeitig stattfindende Mitgliederversammlung des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt (LAV) am 22....

Astronauten-Studie: Mit Vitaminen gegen Muskelschwund?
Zehn Probanden einer Raumfahrt-Studie müssen 60 Tage lang im Bett bleiben. Die Europäische Raumfahrt-Agentur Esa will bei dem Experiment...

Hindernisse im Alltag: Senioren fühlen sich häufig benachteiligt
Ältere Menschen fühlen sich im Alltag nicht selten diskriminiert. «Es gibt viele Situationen, in denen Senioren allein durch die Gestaltung...

Parlamentarischer Abend der IDH: Erfolgreiche Premiere
Zum ersten «Parlamentarischen Abend» der akademischen Heilberufe in Schleswig-Holstein konnte der LAV-Vorsitzende Peter Froese (Foto) neben...

Contergan-Opfer warten noch immer auf Entschuldigung
60 Jahre nach Markteinführung des Schlafmittels Contergan warten viele Opfer noch immer auf eine Entschuldigung des Aachener Pharmakonzerns...

Brandenburg: Behrendt ist neuer Verbandschef

Olaf Behrendt steht künftig an der Spitze des Apothekerverbands Brandenburg. Die Mitgliederversammlung wählte ihn am Samstag...

Patisiran: RNA-Arzneistoff bei Erbkrankheit erfolgreich
Der Wirkstoff Patisiran hat in einer Phase-III-Studie positive Ergebnisse bei der Behandlung einer seltenen, progredienten und tödlich...

CML: Aus tödlich wird chronisch
Die chronische myeloische Leukämie (CML) ist dank zielgerichteter Arzneistoffe innerhalb weniger Jahre von einer tödlichen zu einer...

Sehstörungen: Getrübte Sicht trotz Adlerauge
Nicht immer liegt es an den Augen, wenn Patienten an Sehstörungen leiden. «Es gibt Fälle, in denen der Patient nichts sieht – der Arzt aber...

Urologen immer stärker gefragt
Deutschlands Urologen sind angesichts der älter werdenden Bevölkerung immer stärker gefordert. Das Fach decke die gesamte Altersspanne ab,...

Augenheilkunde: Gentherapien gegen Erblindung
Die Entwicklung von Therapien, bei denen defekte Gene gezielt ersetzt und somit funktionsfähig gemacht werden, ist in der Augenheilkunde...

Zypries besucht Darmstädter Apotheke
Es war nicht zu erwarten, dass der Leiter der Darmstädter Einhorn-Apotheke, Günter Wickop (Foto, links), und die...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU