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Warenwirtschaft: Die digitale Apotheke 4.0

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Warenwirtschaft: Die digitale Apotheke 4.0
 


Ein vollautomatisches und autonomes Warenwirtschaftssystem: Diese Neuheit präsentiert das Unternehmen Pharmatechnik dieses Jahr auf der Expopharm in Düsseldorf. Das selbstlernende System soll das Warenlager optimieren, die Lieferfähigkeit verbessern, die Besorgerquote senken und somit dem Apothekenpersonal Zeit ersparen.

 

«In Kalifornien gibt es bereits Autos, die autonom fahren. Etwas Vergleichbares haben wir für die Warenwirtschaft in der Apotheke entwickelt», berichtete Pharmatechnik-Gründer Dr. Detlef Graessner auf einer Presseveranstaltung bei der Expopharm. Drei Jahre lang habe das Unternehmen mit einem Experten für künstliche Intelligenz zusammengearbeitet, um die Software IXOS RX 4.0 zu entwickeln. Ein Algorithmus analysiert alle nötigen Daten von Patienten, vom Warenlager und etwa von Rabatt-Verträgen und deren Änderungen. Entsprechend der Analyse kauft das System ein, steuert das Sortiment und macht Preise – vollkommen autonom. Ein Eingriff des Apothekenpersonals ist nicht mehr nötig, aber jederzeit möglich.

 

Das System lernt dabei ständig hinzu und kann laut Aussagen von Pharmatechnik die Lieferfähigkeit verbessern und damit die Zahl der Besorgungen reduzieren und die Lagerbreite verringern. «Das spart Ärger und Geld», sagte Lars Polap von Pharmatechnik. Ebenso wie beim autonom fahrenden Automobil spielt auch bei einem autonomen, vollautomatischen Warenwirtschaftssystem das Vertrauen eine große Rolle, machte er deutlich. Daher gibt es bei Apotheken, die dieses System einführen, eine Übergangsfrist, in der die Mitarbeiter die einzelnen Vorschläge des Systems prüfen und annehmen oder ablehnen können. Nach einer Weile stelle sich dann ein Vertrauen in das System ein, und es würde dann auf autonomes Arbeiten umgestellt, berichtete Polap.

 

Seit Februar ist IXOS RX 4.0 verfügbar. Elf Apotheken in Deutschland arbeiten bereits mit dem autonomen System. Mit Erfolg, wie Polap berichtete. Die Daten von Nutzern zeigten, dass bis zu 2000 Besorgungen pro Monat eingespart werden könnte. Das lässt sich auch an der Frequenz erkennen, die in Apotheken, die mit diesem System arbeiten sank. Patienten, die beim ersten Besuch versorgt werden konnten, mussten kein weiteres Mal wiederkommen.

 

Das Produkt stößt auf der Messe bei den Besuchern auf großes Interesse, berichtet Graessner. «Viele Apotheker sind erstaunt, dass so etwas schon technisch möglich ist.» (ch)

 

Mehr zum Deutschen Apothekertag 2017

 

14.09.2017 l PZ

Foto: PZ/Cornelia Dölger

 

 

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