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Mit mehr Versorgungsforschung zu besseren Therapien

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Mit mehr Versorgungsforschung zu besseren Therapien
 


Erkenntnisse aus der Versorgungsforschung können dazu beitragen, die passenden Therapien schneller zum passenden Patienten zu bringen. Das ist das Fazit von Auswertungen des Beratungsunternehmens QuintilesIMS, die heute in Berlin vorgestellt wurden. Demnach geben sogenannte Real World Daten ein ganzheitlicheres Bild mit Blick auf Sicherheit und Wirksamkeit der sich auf dem Markt befindlichen Therapien.

 

Studien, die auf Basis solcher Daten entstehen, böten die Chance, herkömmliche klinische Studien in vielfacher Weise zu ergänzen, sagte Gisela Maag, Pressesprecherin bei QuintilesIMS. Damit ließen sich etwa Erkenntnisse zu epidemiologischen Aspekten von Krankheiten, zur Anwendung von Medikamenten und Arzneimitteltherapiesicherheit ableiten. Maag: «Ärzte können ihr Wissen etwa durch Therapievergleiche oder Leitlinientreue erweitern, Patienten sind über Risiken besser aufgeklärt, Kostenträger können Informationen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis von Behandlungen bekommen, die pharmazeutische Industrie erhält Aufschluss etwa über die Anwendung von Arzneimitteln und Aufsichtsbehörden Einblicke rund um die Zulassungen.»

 

Als weiteren Teil der Gesundheitsversorgung in Deutschland beleuchtete Dagmar Wald-Eßer, die bei QuintilesIMS  im Bereich Health Policy tätig ist, die Umsatzentwicklung im deutschen Apothekenmarkt für das erste Halbjahr 2017. Diese liegt demnach bei moderaten plus 3,5 Prozent, das Umsatzvolumen (Verkaufspreis abzüglich Abschläge und Rabatte) bei 26,6 Milliarden Euro. Der Gesamtmarkt beinhaltet nach Angaben des Unternehmens sowohl Verordnungen zulasten der Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherung als auch die von Patienten selbst bezahlten Arzneimittel. Die Mengenentwicklung im GKV-Segment für Rx-Präparate ist Wald-Eßer zufolge tendenziell rückläufig, während sie bei der PKV um 1 Prozent gestiegen ist. Ähnliches gelte für die Verteilung der AMNOG-Präparate. Insgesamt hat sich laut Analysen in den ersten sechs Monaten des Jahres für die GKV bei Arzneimitteln eine Einsparsumme von 2,1 Milliarden Euro durch Hersteller- und Apothekenabschläge ergeben. Das seien 9 Prozent mehr als im Vorjahrzeitraum, so Wald-Eßer.

 

Interessant sei auch, dass trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober 2016 weiterhin 99 Prozent aller rezeptpflichtigen Arzneimittel (Wert: 15,1 Milliarden Euro) in öffentlichen Apotheken abgegeben werden. Seit dem Urteil dürfen nämlich Versender mit Sitz im EU-Ausland Kunden Rabatte auf Rx-Medikamente anbieten, während für deutsche Apotheken weiterhin die Preisbindung gilt. Der Umsatzanteil des Rx-Versandhandels macht mit 150 Millionen Euro weiterhin lediglich 1 Prozent aus. (je)

 

14.09.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Kurt Kleemann

 

 

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