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Patientensicherheit: Reden spart Geld

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Patientensicherheit: Reden spart Geld
 


Mangelnde oder schlechte Kommunikation führt im Gesundheitswesen häufig zu Behandlungsfehlern, gefährdet die Sicherheit von Patienten und kostet Geld. Darauf wies heute in Berlin das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) anlässlich des dritten Internationalen Tags der Patientensicherheit am 17. September hin.

 

Etwa 43 Millionen Schadenfälle ereignen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit jährlich im Gesundheitswesen. Davon seien 28,6 Millionen auf menschliche Fehler zurückzuführen und damit vermeidbar. Das entspricht laut APS einem Schaden in Höhe von 81 Milliarden Euro. Von diesen sind wiederum statistisch betrachtet zwischen sieben und 23 Millionen Euro durch schlechte Kommunikation verursacht. Demzufolge weist das Aktionsbündnis darauf hin, dass richtiges Reden auch ein geeignetes Mittel ist, um wirtschaftlicher zu versorgen.

 

«Die Hürden für eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation sind groß», sagte APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner. Oft hätten Ärzte nur ein paar Minuten Zeit, um mit Patienten über wichtige Behandlungsschritte zu reden und entsprechend bleibe auch nur wenig Raum, um Rückfragen oder andere Probleme zu klären. Neben Zeitdruck weist Annegret F. Hannawa, Professorin für Kommunikationswissenschaften an der Universität Lugano in der Schweiz, auch auf das Problem von zwischenmenschlichen Hierarchien, emotionalen Inhalten, kognitiven Bedürfnissen sowie unterschiedlichen Hintergründen der Gesprächspartner hin. «Missverständnisse und Konflikte sind in solchen Situationen unvermeidlich», betonte sie.

 

Häufig sprechen Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen laut APS ihre Sicherheitsbedenken untereinander nicht offen an. Eine gute Kommunikation fange aber bereits im Kleinen an. Neben einem guten Arzt-Patienten-Gespräch könne auch eine umfassende Beratung in der Apotheke dazu beitragen, dass Medikamente richtig und regelmäßig eingenommen werden.

 

In der Verantwortung in Sachen Verbesserung der Kommunikation sieht sich auch der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA). Nach eigenen Angaben setzt er sich für einrichtungsübergreifende Fehlermeldesysteme in Krankenhäusern ein. Außerdem stelle er Informationen für Patienten und Versicherte zusammen, um ihnen Therapieentscheidungen zu erleichtern. Das ist ganz im Sinne von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der zum diesjährigen Thema des APS sagte: «Nur wer gut informiert ist, kann Gesundheitsrisiken vermeiden und im Krankheitsfall durch geeignetes Verhalten zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen.» (je)

 

14.09.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Rido

 

 

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