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Rx-Versandverbot: Kein Wackeln und kein Wanken

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Rx-Versandverbot: Kein Wackeln und kein Wanken
 


Trotz einer Vielzahl von möglichen Reaktionen auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hat die ABDA nach dem Urteil konsequent und ausschließlich auf ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gesetzt. ABDA-Hauptgeschäftsführer Sebastian Schmitz hält diese Strategie auch ein Jahr nach dem Urteil für den richtigen Weg. Schmitz: «Uns war nach der Entscheidung sehr schnell klar, dass es hier mit ein wenig Kosmetik nicht getan ist. Die vielen politischen Ideen, die wir in den letzten Monaten hören konnten, von Subventionen für Apotheken im ländlichen Bereich über die Streichung der Zuzahlung für chronisch kranke Menschen bis hin zu Boni-Verboten, mögen zwar Symptome abmildern, sie lösen aber das Problem langfristig nicht.»

 

Die einzige Maßnahme, die die Schieflage dauerhaft beseitige, sei das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Nur dieser Ansatz sei geeignet, den einheitlichen Apothekenabgabepreis für verschreibungspflichtige Arzneimittel wiederherzustellen. Für Schmitz gab es an dieser Stelle keine zwei Meinungen, obwohl der Druck von außen erheblich gewesen sei. Schmitz: «Die Entscheidung für diese Linie in den Gremien der ABDA kurz nach der Entscheidung des EuGH war durchaus nicht einfach.» Ein Grund dafür sei auch das Versprechen gewesen, zusätzliche Mittel zur Förderung der Apotheken auf dem Land bereitzustellen oder Boni nicht abzuschaffen, sondern auf niedrige Summen zu begrenzen.

 

Rückblickend ist Schmitz heilfroh, den Verlockungen widerstanden zu haben. «Mit alledem hätten wir auf mittlere Sicht Schiffbruch erlitten.» Stattdessen setzte die ABDA alles auf eine Karte: «Im Ergebnis stand die klare und schnelle Entscheidung für die Forderung nach dem Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und somit für eine nachhaltige Politik, die aufs Ende schaut». Eine große Unterstützung sei es gewesen, dass der Berufsstand diese Position geschlossen geteilt hatte. Schmitz: «Es gab in dieser Frage kein Wackeln und kein Wanken.»

 

Am Ziel ist die ABDA noch nicht, das Rx-Versandverbot gibt es noch nicht. Dennoch sieht Schmitz die Apotheker auf der richtigen Spur. Das Thema sei in den Medien sehr präsent geblieben und nicht nach einigen Wochen in der Versenkung verschwunden. Damit ist es auch in der politischen Debatte präsent gehalten worden und hat verhindert, dass das für die Politik schwierige Thema im Nirwana verschwindet. Mehr noch, CDU/CSU und die Linke hätten die Forderung sogar in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Damit werde das Thema auch nach der Wahl auf der Agenda der neuen Bundesregierung bleiben. Damit seien die Chancen nicht schlecht, nach der Bundestagswahl die Politik von der Notwendigkeit der Gleichpreisigkeit für verschreibungspflichtige Arzneimittel doch noch durchzusetzen. (dr)

 

Mehr zum Deutschen Apothekertag 2017

 

13.09.2017 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller

 

 

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