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Prävention: Den Apotheker besser einbinden

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Prävention: Den Apotheker besser einbinden
 


Künftig soll die Kompetenz des Apothekers im Bereich Prävention verstärkt zum Einsatz kommen. Da sind sich Vertreter von CDU/CSU und Linkspartei einig. Bei der Podiumsdiskussion heute zum Auftakt des Deutschen Apothekertags sprach sich die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Maria Michalk (Foto, CDU) dafür aus, Apotheker auch bei der Präventionsarbeit besser einzubinden. Um in diesem Bereich der Gesundheitsvorsorge erfolgreich zu sein, müssten alle Gruppen zusammenarbeiten, wie etwa Betriebe, Apotheker, Ärzte, Krankenkassen, Schulen und Kitas. «Ich bin sehr dafür, dass die Apotheker da mitmachen», sagte Michalk. Auch ihre Kollegin von der Linkspartei, Kathrin Vogler, sieht die Apotheker bei diesem Thema gefragt. Sie kritisierte das zuletzt von Union und SPD verabschiedete Präventionsgesetz als nach wie vor zu arztzentriert. «Wir müssen alle beteiligten Akteure besser einbinden», so die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken. Prävention sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

 

Bislang sind Apotheker diesbezüglich im Leitfaden der GKV nicht gelistet, wie Cynthia Milz, Vertreterin der angestellten Apotheker im Vorstand der ABDA, kritisierte. Die Apotheker fordern die Politik daher auf, dies zu ändern. Zudem brauche es eine Verankerung der Leistungen im SGB V, um auch eine entsprechende Honorierung dieser Dienstleistungen zu ermöglichen. Michalk unterstrich, dass hier ein rechtlicher Rahmen für Apotheker fehle und notwendig sei: «Diese Leistungen im SGB V zu verankern, darüber müssen wir reden», sagte sie.

 

Mit Blick auf weitere mögliche Aufgaben des Apothekers in der Zukunft schlug Vogler zudem vor, Apotheker könnten Ärzte insbesondere auch im Bereich der Chroniker-Versorgung entlasten. Sie könne sich eine Art Chroniker-Rezept vorstellen. Dabei muss der Patient den Arzt dann etwa nur noch einmal jährlich konsultieren, um die Therapie zu überprüfen. Die Betreuung des Patienten und die sonstige Versorgung können durch den Apotheker erfolgen, so ihr Vorschlag. «Die Heilberufe müssen die Beziehungen untereinander besser gestalten», so ihr Appell. (et)

 

Mehr zum Deutschen Apothekertag 2017

 

13.09.2017 l PZ

Foto: PZ

 

 

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