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Zehn Jahre WIPIG: «Prävention in aller Munde»

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Zehn Jahre WIPIG: «Prävention in aller Munde»
 


«Mit dem WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen haben wir bewiesen, dass Prävention durch Apotheker wirkt und die Zielgruppen erreicht», sagte Apothekerin Cynthia Milz (Foto), Sprecherin des Institutsdirektoriums, bei der Feier zum zehnjährigen Jubiläum des Instituts in München.

 

Sie hob Meilensteine der wissenschaftlichen Arbeit hervor: die Aktion Herzensangelegenheit 50+ sowie Projekte zur Diabetes-Prävention, allen voran die Glicemia-Studie zur Primärprävention des Diabetes. Aktuell läuft die Studie Glicemia 2.0, ein «ambitioniertes Projekt für Menschen mit Diabetes Typ 2». In dieser Studie zur Sekundär- und Tertiärprävention werden etwa 160 Patienten ein Jahr lang von 26 Apotheken betreut.

 

«Wichtig war uns immer der Netzwerkgedanke; heute hat das Netzwerk mehr als 4000 Mitglieder», sagte Milz stolz. «Von null bis 100, von Alzheimer bis Zöliakie: Im WIPIG greifen wir ganz verschiedene Themen auf und schaffen Bewusstsein für Prävention. Diese ist eine Lebenseinstellung, eine Daueraufgabe.»

 

Auch Ruth Nowak, Amtschefin im bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, würdigte die Arbeit des Instituts. «Sie haben verdammt viel erreicht. Prävention ist heute kein Fremdwort mehr, sondern in aller Munde.» Die individuelle Beratung vor Ort und die Prävention seien Hauptargumente gegen den Versandhandel, betonte Nowak. «Sie haben die Expertise und das Vertrauen der Menschen vor Ort.» Die Apotheke müsse ihre Beratungsleistungen aber aktiv anbieten und deutlicher öffentlich zeigen.

 

Milz forderte dafür die Unterstützung der Politik. «Wir brauchen eine Rechtsgrundlage für Dienstleistungsverträge zwischen Apotheken und Krankenkassen im Sozialgesetzbuch V.» Die Apotheken müssten dringend als Leistungserbringer in den «Leitfaden Prävention» der Krankenkassen aufgenommen und die Vergütung von Präventionsleistungen geregelt werden. Ihre Vision sei es, dass Projekte wie Glicemia bundesweit angeboten werden und Apotheker in Betriebe und Firmen gehen, um dort Menschen für die Prävention anzusprechen, die sie sonst nicht erreichen. «Dafür ist eine Honorierung nötig.»

 

Das WIPIG wurde 2007 vom Vorstand der Bayerischen Landesapothekerkammer mit dem Ziel gegründet, den Präventionsgedanken in Gesellschaft und Politik zu fördern sowie neue Präventionskonzepte zu entwickeln. 2011 wurde die Förderinitiative Prävention gegründet, der mittlerweile 19 Apothekerverbände und -kammern angehören. (bmg)

 

14.07.2017 l PZ

Foto: ABDA

 

 

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