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Kommt ein Impfstoff gegen Tripper?

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Kommt ein Impfstoff gegen Tripper?
 


Bietet ein seit Längerem bekannter Impfstoff möglicherweise auch Schutz vor Gonorrhö? Eine im Fachjournal «Lancet» publizierte Studie eines Forscherteams um Dr. Helen Petousis-Harris von der University of Auckland in Neuseeland weckt zumindest große Hoffnungen, dass man gegen die häufig auch als Tripper bezeichnete Erkrankung eine wirksame Vakzine gefunden hat.

 

Demnach könnten Meningokokken-B-Impfstoffe möglicherweise nicht nur vor gefährlichen Hirnhautentzündungen und Sepsis durch Neisseria meningitidis schützen, sondern auch vor Infektionen mit dem genetisch 80 bis 90 Prozent verwandten Bakterium Neisseria gonorrhoeae.

 

Die Forscher kamen dieser potenziellen Kreuzprotektion wie folgt auf die Spur: Nach einer Meningitis-Epidemie in Neuseeland erhielten dort in den Jahren 2004 bis 2006 rund eine Million junger Menschen einen Meningokokken-B-Impfstoff, der auf detoxifizierten äußeren Membranvesikeln beruhte. Für ihre Untersuchungen betrachteten die Wissenschaftler nun die Fälle bestätigter Gonorrhoe-Infektionen bei neuseeländischen Patienten der Jahrgänge 1984 bis 1998, die von 2004 bis 2006 potenziell Zugang zur Massenimpfung mit dem Meningokokken-B-Impfstoff gehabt hatten, nicht alle hatten sich aber tatsächlich impfen lassen. Das Ergebnis: Bei den damals gegen B-Meningokokken Geimpften war die Inzidenz einer Gonorrhö-Infektion um etwa 31 Prozent reduziert im Vergleich zu ungeimpften Personen. Petousis-Harris: «Erstmals zeigt ein Impfstoff Schutz gegen Gonorrhö.» Der Haken an der Sache ist, dass es die in der damaligen Massenimpfung eingesetzte Vakzine nicht mehr im Handel gibt. Allerdings steht mit Bexsero®, auch in Deutschland, mittlerweile ein neuer erweiterter Impfstoff seit Längerem zur Verfügung. In diesem sind vier besonders immunogene Antigene enthalten: drei Protein-Antigene sowie die detoxifizierten Vesikel der äußeren Membran aus dem Impfstoff, der in Neuseeland zum Einsatz kam. Es besteht somit Hoffnung, dass auch Bexsero in ähnlicher Weise vor Gonorrhö schützen könnte. Das muss nun im nächsten Schritt näher untersucht und verifiziert werden. (ss)

 

DOI: 10.1016/S0140-6736(17)31605-7

  

11.07.2017 l PZ

Foto: Fotolia/kasto

 

 

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