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Universität Greifswald: Lehrapotheke eröffnet

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Universität Greifswald

Lehrapotheke eröffnet


Von Christiane Berg, Greifswald / Neben Halle, Berlin oder Mainz verfügt nun auch das Pharmazeutische Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald über eine Lehrapotheke.


»Damit ist der Pharmaziestandort Greifswald einer der wenigen in Deutschland, der eine solche Apotheke besitzt«, sagte Professor Dr. Christoph Ritter, Leiter der Klinischen Pharmazie, bei der Eröffnung Anfang April.

 

Als Ware besonderer Art besitzt das Arzneimittel einen herausragenden Stellenwert, zumal sein Einsatz durchaus nicht immer nur segensreich, sondern häufig auch mit besonderen Risiken verbunden sein kann, so der Klinische Pharmazeut. Damit unterliege es besonderen Anforderungen hinsichtlich Information und Beratung.




Bei der Eröffnung der Lehrapotheke: Dorothea C. Hallier, Elisabeth Schuster und Alice Stephan vom Fachschaftsrat Pharmazie, Professor Dr. Christoph Ritter und Kammerpräsident Dr. Georg Engel (von links)

Foto: PZ/Berg


»In der öffentlichen Apotheke wird der Patient über die korrekte Anwendung seiner Medikamente informiert. Hier wird er mit Blick auf die medikamentöse Therapie entsprechend begleitet. Apotheker müssen somit in der Lage sein, wissenschaftlich fundierte Informationen zum sicheren, angemessenen und kosteneffektiven Einsatz von Arzneimitteln verständlich zu vermitteln«, konstatierte Ritter.

 

Notwendig sei es daher, dass Pharmazeuten realitätsnah bereits im Rahmen ihrer Ausbildung nicht nur systematische Techniken, Fähigkeiten und Fertigkeiten für ein effektives Medikationsmanagement, sondern auch für eine professionelle Kommunikation erlernen. Ritter zeigte sich erfreut, dass diese Kenntnisse durch die Einrichtung der Lehrapotheke, die nur mithilfe von Sponsoren möglich geworden sei, nunmehr vertieft und erweitert werden können.

 

Training mit Praxisbezug

 

Die Greifswalder Lehrapotheke, so ­Ritter weiter, verfügt nicht nur über alle notwendigen Demonstrations- und Hilfsmittel zur Anwendung von Arzneimitteln, sondern auch über eine voll funktionsfähige Kompaktkasse mit fortschrittlicher Technologie. Mit dem Einbau einer modernen, vom Fachschaftsrat Pharmazie in Greifswald ­finanzierten Videotechnik sei es möglich, simulierte Beratungsgespräche aufzuzeichnen, um diese dann in Seminaren gemeinsam auszuwerten und zu diskutieren.

 

Das zugrundeliegende Lehrkonzept, so Ritter, sieht vor, dass die Studierenden zunächst schriftlich im Semesterverband spezifische Strategien zur Bewertung der Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz von Arzneimitteln sowie zum professionellen Medikationsmanagement entwickeln, um schließlich Beratungskonzepte zu erstellen, auf deren Basis die Beratungsgespräche durchgeführt werden.

 

Laienschauspieler mimen Patienten

 

In einer ersten Stufe werden die Studierenden selbst als Akteure (Apotheker, Patient) und Juroren tätig werden, in einer zweiten Stufe werden die Patienten durch Laienschauspieler dargestellt und professionelle Gesprächstechniken in Kooperation mit Kommunikationswissenschaftlern vom Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universitätsmedizin Rostock trainiert.

 

Ritter zeigte sich erfreut, dass die Studierenden das neue Lehr- und Lernangebot mit großem Interesse und Enthusiasmus aufgenommen haben. Für diese verspreche er sich einen noch größeren Praxisbezug in Vorbereitung auf den Apothekenalltag.

 

Erfreut über die Einrichtung der ­Lehrapotheke zeigte sich im Rahmen der Veranstaltung auch der Präsident der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Georg Engel. »Diese Lehrapotheke wird den jungen Kollegen helfen, ihr umfangreiches Wissen anzuwenden. Sie wird ihnen den Übergang vom Erwerb theoretischer Kenntnisse zur Anwendung dieser Kenntnisse beim Patienten erleichtern. Praktische Übungen in der Lehrapotheke im Rahmen des Fachs Klinische Pharmazie werden die wissenschaftlichen Fundamente für Empfehlungen im Handverkauf stärken«, sagte Engel. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 16/2017

 

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