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Gröhe: Rx-Versandverbot nicht hip, aber alternativlos

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Gröhe: Rx-Versandverbot nicht hip, aber alternativlos
 


Um die bewährte Arzneimittelversorgung durch die Apotheken weiterhin zu gewährleisten, gibt es für Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) keinen anderen Weg als ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Das betonte der Minister zur politischen Eröffnung des sechsten Westfälisch-Lippischen Apothekertags am Samstag in Münster. Wer die Erlaubnis von Boni auf Rezept durch ausländische Versandapotheken als großen Befreiungsschlag für die Kundenorientierung sehe, habe nicht begriffen, dass Arzneimittelversorgung weit mehr ist als Arzneimittelverkauf, so Gröhe. Sich von Boni verführen zu lassen sei nicht hip und modern. Wenn man in jeder Nacht und an jedem Wochenende einen Notdienst in der Nähe haben will und trotzdem Schnäppchen jagt, rühre dies am Solidarsystem.

Gröhe sei daher überrascht vom Koalitionspartner SPD, der sonst so für Solidarität werbe, aber immer noch die Durchsetzung des Rx-Versandverbots blockiere. Eine Rüge bekam auch das Wirtschaftsressort, das bislang der Einleitung des Notifizierungsverfahrens des Gesetzentwurfs noch nicht zugestimmt hat, dabei brauche es dazu nicht die Zustimmung der SPD-Bundestagsfraktion. «Jeden Tag verlieren wir unnötig Zeit», ärgerte sich Gröhe im Hinblick auf das nahende Ende der Legislaturperiode. Er wünsche sich vom Wirtschaftsressort dieselbe Leidenschaft, die man zur Rettung der 16.000 Arbeitsplätze bei Tengelmann an den Tag gelegt habe, auch für die mehr als 150.000 Mitarbeiter in den Apotheken.

Denn ohne ein Rx-Versandverbot sieht auch der Bundesgesundheitsminister unser heutiges Apothekensystem in Gefahr. «Wir haben Millionen von Versicherten, die Ihren Dienst rund um die Uhr brauchen», sagte Gröhe zu den Apothekern. «Ich stehe dazu: Was sich bewährt hat, wollen wir erhalten.» Und dazu sieht er keinen anderen Weg als das Rx-Versandverbot. Man habe bislang keine andere Lösung gefunden und es sei nun auch höchste Zeit für die SPD, die Suche nach anderen Möglichkeiten aufzugeben. (dh)

18.03.2017 l PZ

Foto: AKWL/MünsterView

 

 

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