BUND: Glyphosat häufiger verwendet als behauptet |

Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat wird nach Ansicht der Umweltorganisation BUND längst nicht so selten eingesetzt wie von Agrarminister Till Backhaus (SPD) dargestellt. Das Agrarministerium hatte mitgeteilt, dass die Anwendung von Glyphosat schon heute auf einzelne Bereiche beschränkt ist. Vor der Ernte von Wintergerste sei auf 98 Feldern in Mecklenburg-Vorpommern kontrolliert worden, ob Glyphosat angewendet wurde. Auf 73 Gerstenschlägen war der Wirkstoff demnach nicht ausgebracht worden.
BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag sagte, der Hauptteil des Glyphosats werde nicht bei der Vorernte-Behandlung auf die Felder gebracht, sondern vor der Aussaat und nach der Ernte. Wie es auf der Internetseite des Deutschen Bauernverbands heißt, spielt die Vorernte-Behandlung mit Glyphosat in Deutschland eine untergeordnete Rolle und liegt bei weniger als 5 Prozent der Ackerfläche. Der Wirkstoff wird zum größten Teil nach der Ernte gegen ausgefallene Rapssamen sowie gegen Unkraut auf Stoppelfeldern eingesetzt.
Im Land wurde jetzt erstmals die Anwendung von Glyphosat überprüft. Demnach war ein Viertel der kontrollierten Gerstenflächen mit dem Wirkstoff behandelt worden, jede dritte ohne Notwendigkeit. Bauern dürfen glyphosathaltige Mittel vor der Ernte nur einsetzen, wenn sogenannter Zwiewuchs auftritt und wenn am Boden liegendes Getreide von Unkraut durchwachsen wird. Zwiewuchs ist das nachträgliche Wachstum von Getreidetrieben. Diese grünen Pflanzenteile erhöhen wie das Unkraut die Feuchtigkeit der Getreidekörner so stark, dass Getreide ohne technische Trocknung im Lager rasch verderben würde.
18.08.2016 l dpa
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