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FDP-Politiker: Kassen gängeln Apotheker

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FDP-Politiker: Kassen gängeln Apotheker
 


Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann (FDP) kritisiert die aus seiner Sicht zu große Macht der Krankenkassen in der Arzneimittelversorgung. Deren Verhalten gegenüber den Apothekern sei inakzeptabel, schreibt er in einer Pressemeldung. Vor allem der Umgang mit Rabattarzneimitteln und nicht lieferbaren Medikamenten könne nicht weiterhin allein den Apothekern aufgebürdet werden, so Haußmann. Wenn ein Rabattarzneimittel nicht lieferbar sei, habe der Apotheker die Pflicht, sich dies im Auftrag der Kassen bei Großhandel und Hersteller bestätigen zu lassen. Vor allem die Hersteller seien dazu nur selten bereit, sagt Haußmann. Ohne die Bestätigungen übernehmen die Kassen jedoch nicht die Kosten für das Medikament, das anstelle des verordneten abgeben wurde.

 

Krankenkassen, die so mit Apothekern umgingen, müssten schnellstens in die Schranken gewiesen werden, fordert Haußmann. Den Apothekern werde bei nicht lieferbaren Medikamenten «ein nicht haltbarer Bürokratie-Irrsinn aufgelastet». Die zunehmenden Lieferengpässe bei Arzneimitteln und Impfstoffen seien «höchst bedenklich». Es könne nicht sein, dass in einer führenden Industrienation wie Deutschland wichtige Präparate über einen längeren Zeitraum nicht verfügbar seien. Der Spardruck der Krankenkassen dürfe weder die Gesundheit der Bevölkerung noch die wirtschaftliche Basis der Apotheker gefährden.

 

Haußmanns Stellungnahme hängt zusammen mit einem von ihm gestellten Antrag an den baden-württembergischen Landtagspräsidenten Wilfried Klenk. Darin hatte Haußmann die Landesregierung aufgefordert, über das Ausmaß der Lieferdefekte von Rabattarzneimitteln und die daraus resultierenden Konsequenzen für Apotheker zu berichten. Außerdem wollte der FDP-Abgeordnete wissen, wie die Landesregierung zur Abschaffung der Importquote steht. In ihrer Stellungnahme vermied es die Landesregierung jedoch, jenseits der Beschreibung des Ist-Zustandes, eigene Positionen zu offenbaren. (dr)

 

02.03.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Michael Möller

 

 

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