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Alte neue Idee: Doc Morris reanimiert Video-Apotheke

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Alte neue Idee: Doc Morris reanimiert Video-Apotheke
 


Der Arzneimittelversandhandel Doc Morris will in dem Dorf Hüffenrath bei Heidelberg das Konzept der Video-Apotheke reanimieren, berichtet die Frankfurter Allgemeine (FAZ) in ihrer Ausgabe vom 26. Februar. Der Besitzer der Hüffenrather Brunnen-Apotheke hatte seinen Betrieb vor rund einem Jahr aufgegeben. Die Lage in der 2000-Seelen-Gemeinde war für einen Nachfolger offenbar zu wenig attraktiv. Deshalb bietet der Versender nun seine Hilfe an.

 

Doc Morris will in den leer stehenden Apothekenräumen eine Kabine einrichten und einen Arzneimittelabgabeautomaten aufstellen. So könnten sich die Hüffenrather per Videoschaltung von einem in Holland ansässigen Doc-Morris-Apotheker beraten lassen. Nach der Beratung können die Patienten OTC-Arzneimittel und – bei Vorlage eines gültigen Rezeptes – auch verschreibungspflichtige Arzneimittel an einem ebenfalls in den Räumen platzierten Arzneimittelautomaten zu ziehen. Der Apotheker am anderen Ende der Video-Leitung kann dabei kontrollieren, ob der Automat tatsächlich das richtige Arzneimittel herausgegeben hat. Bezahlt werden soll dann über ein in den Automaten integriertes EC-Karten-Lesegerät.

 

Der Hüffenrather Bürgermeister Walter Neff und Doc-Morris-Vorstand Max Müller halten das Konzept laut FAZ für futuristisch. Tatsächlich ist es das nicht. Im Gegenteil, die Geschäftsidee ist mittlerweile mehr als sechs Jahre alt und mehrfach gescheitert. Im Oktober 2009 hatte der Unternehmer Ulrich Baudisch in einer Sparkassenfiliale im hessischen Massenheim seine so genannte Cobox aufgebaut. Damals wurde ein Rezept aber noch nicht gescannt und beliefert. Die Rezepte wurden vom Personal der an das System angeschlossenen Apotheke abgeholt und die Medikamente an den Patienten ausgeliefert.

 

Noch näher an dem vermeintlich neuen Konzept von Doc Morris ist der vom Kommissionierer-Hersteller Rowa entwickelte Apotheken-Automat Visavia. Der kam im Jahr 2008 auf den Markt und verschwand im Jahr 2014 wieder, nachdem das Ergebnis eines von Rheinland-Pfalz initiierten Modellprojektes negativ ausgefallen war. Bis zur seiner Einstellung war Visavia juristisch umstritten. Im Gegensatz zur Cobox stand der Abgabeautomat unmittelbar an der Apotheke. Er war mit dem Kommissionierer der Apotheke verbunden. Die Patienten konnten das gewünschte Arzneimittel direkt mitnehmen. (dr)

 

26.02.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Axelsen

 

 

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