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Psoriasis: Patienten werden anspruchsvoller

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Psoriasis: Patienten werden anspruchsvoller
 


Biologika wie Infliximab, Adalimumab, Etanercept und Ustekinumab haben die Psoriasis-Therapie erheblich verbessert. Oft sei eine 75-prozentige Besserung der Hautsymptome (PASI-75) erreichbar, berichtete Professor Dr. Diamant Thaçi, Lübeck, beim 9. TNF-alfa-Forum der MSD Sharp&Dohme in München. «Wir haben die Messlatte angehoben und sollten unsere Therapie an das Ziel PASI-75 anpassen.»

 

Der Psoriasis Area and Severity Index (PASI) beschreibt die Ausdehnung und den Schweregrad der Hautsymptome. Das Therapieziel liegt heute bei mindestens 50-prozentigem Ansprechen. Wichtig sei es, die Patientenwünsche zu berücksichtigen, sagte der Dermatologe. Viele Patienten bezeichneten den Juckreiz als das am meisten störende Symptom – «obwohl Psoriasis laut Lehrbuch nicht juckt». 17 Prozent finden Ort und Größe von Schuppen und Plaques am wichtigsten. Auch Nagelbefall werde häufig als stigmatisierend und schmerzhaft beschrieben. Die Haltung der Patienten zu ihrer Erkrankung habe sich verändert, konstatierte Thaçi. «Sie wissen, dass man viel erreichen kann.» Mit einem PASI-75 seien die Patienten zufriedener und hätten eine höhere Lebensqualität. Ob eine 90-prozentige Besserung oder eine vollständige Remission (PASI-100) erreicht wird, ist aus Sicht des Dermatologen für die Lebensqualität weniger entscheidend.

 

Dass Patientenwünsche und ärztliche Therapieziele mitunter auseinanderklaffen, berichtete Professor Dr. Andreas Stallmach, Jena, am Beispiel der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Für Betroffene am wichtigsten seien der Erhalt der Arbeitsfähigkeit und eine normale Lebensqualität, gefolgt von Darmerhalt und Vermeidung von Operationen. «Die Häufigkeit von Operationen nimmt aber nicht ab.» Die Mukosaheilung (keine Ulzerationen) sei ein neues ärztliches Therapieziel, neben rascher Besserung und Rückgang der Entzündung.

 

Das Therapieansprechen korreliere nicht immer mit dem Patientenurteil, sagte der Gastroenterologe. «Selbst bei kontrollierter Colitis ulcerosa sind ein Viertel der Patienten nicht zufrieden mit dem Erfolg. Bei unkontrollierter Erkrankung sind es 51 Prozent, aber viele zeigen sich dennoch zufrieden.» Stallmach plädierte für das Konzept ‹treat to target› in Absprache mit dem Patienten. Das bedeutet, mit dem Patienten konkrete Therapieziele zu vereinbaren und diese strikt zu verfolgen. «Wenn das Ziel nicht erreicht ist, muss man die Therapie eskalieren.» (bmg)

 

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03.02.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Adiano

 

 

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