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Medikationsplan: Ohne Apotheker geht es nicht

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Medikationsplan: Ohne Apotheker geht es nicht
 


Eine gute und sichere Arzneimittelversorgung ist ohne Apotheker nicht möglich. Das sieht auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) grundsätzlich so. Die im E-Health-Gesetz vorgesehenen Medikationspläne müssten daher eine gemeinsame Aufgabe von Arzt und Apotheker sein, sagte BMG-Staatssekretär Lutz Stroppe (Foto) heute bei der Eröffnung des Deutschen Apothekertags in Düsseldorf. Der aktuelle Entwurf für das Gesetz sieht allerdings vor, dass lediglich die Ärzte die Arzneimittelpläne anlegen sollen. Kritiker drängen darauf, auch die Apotheker mit dieser Aufgabe zu betrauen. «Darüber kann man trefflich streiten», so Stroppe.

 

Im Rahmen der anschließenden Diskussion wurde ziemlich deutlich, dass die Bundesregierung an der bisherigen Formulierung im Gesetzentwurf festhalten möchte. «Uns ist wichtig, dass der Medikationsplan in unmittelbarem Zusammenhang mit der ärztlichen Diagnose entsteht», so Stroppe. Fritz Becker, Chef des Deutschen Apothekerverbands, hält diese einseitige Fixierung auf die Mediziner für den falschen Weg. «Wir dürfen die Selbstmedikation nicht vergessen», sagte er. Der Apotheker habe daher unter Umständen sogar mehr Wissen über die Medikation des Patienten als der Arzt. Grundsätzlich sollten daher beide Seiten die Möglichkeit haben, die Pläne aufzustellen. «Lassen wir doch den Patienten entscheiden, wer den ersten Aufschlag macht», so Becker.

 

Karin Graf, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der ABDA, sieht die Apotheker auch mit Blick auf finanzielle Fragen im Nachteil. Nach den Plänen der Regierung sollen die Apotheker die Medikationspläne zwar nicht aufstellen, aber ergänzen können, wenn der Patienten in die Apotheke kommt. Dafür erhalten sie allerdings kein Honorar. Ärzte hingegen sollen eine Vergütung bekommen, wenn sie die Pläne anlegen. «Das ist ungerecht», sagte Graf.

 

Stroppe wies die Vermutung zurück, Apotheker seien nur deswegen nicht in die Erstellung der Medikationspläne eingebunden, weil die Politik davor zurückschrecke, auch ihnen ein Honorar zu zahlen. Zwar koste der Medikationsplan voraussichtlich einen Gesamtbetrag «im unteren zweistelligen Millionenbereich», sagte er. Vor dem Hintergrund der aktuellen Reserven im Gesundheitsfonds werde ein solcher Betrag aber «nicht zur Erhöhung der Kassenbeiträge führen». Für die einseitige Festlegung auf die Ärzte seien ausschließlich inhaltliche Gründe ausschlaggebend gewesen, so Stroppe. (sch)

 

01.10.2015 l PZ

Foto: PZ

 

 

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