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Arzneimittel: Forschung für weniger Rückstände im Wasser

POLITIK & WIRTSCHAFT

 
Arzneimittel

Forschung für weniger Rückstände im Wasser


Von Christina Müller / In Deutschland gibt es verschiedene Projekte, die da­rauf abzielen, die Menge an Mikroschadstoffen im Abwasser zu reduzieren. Besonders Arzneistoffe wie Antibiotika stehen dabei im Fokus. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) stellt in ihrem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2014 einige dieser Projekte vor.

 

Laut DBU wurden in Deutschland schon mehr als 150 Wirkstoffe in Umweltproben gefunden. Mit der Initia­tive Nachhaltige Pharmazie fördert die Stiftung Forschungsansätze, die sich unter anderem dem verbesserten Abbau von Medikamenten im Organismus oder der Entwicklung von geeigneten Rückhaltetechniken in Klärwerken widmen. 




Arzneimittelrückstände im Wasser können auch auf Fische Einfluss nehmen.

Foto: Imago/OceanPhoto


Arzneimittelreste im Grund- und Trinkwasser sieht die DBU in engem Zusammenhang mit der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen und anderen Gesundheitsgefahren.

 

Eines der im DBU-Jahresbericht vorgestellten Projekte bearbeitet das Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie der Leuphana Universität Lüneburg. Ziel ist die Entwicklung einer leichter abbaubaren Ciprofloxacin-­Variante. Das Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum kommt sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin häufig zum Einsatz und ist im Vergleich zu anderen Antibiotika wie etwa den Penicillinen sehr hydrolysestabil. Mithilfe von Computerprogrammen wird der Arzneistoff verändert und in theoretischen Rechenmodellen auf eine verbesserte biologische Abbaubarkeit getestet. Die Erfolg versprechenden Moleküle werden anschließend synthetisiert und in vitro näher untersucht.

 

Einen anderen Ansatz verfolgen Wissenschaftler des Zentrums für Umweltforschung und nachhaltige Technologien der Universität Bremen. Um das Wasser in den Abläufen von Klär­anlagen von Arzneimittelrückständen zu befreien, entwickelten sie einen mit Pflanzenkohle bestückten Filter. Dieser dient gleichzeitig als Trägermaterial für Bakterien, die Medikamentenreste verstoffwechseln können.

 

Die Untersuchungen konzentrieren sich dabei auf die als umweltrelevant eingestuften Substanzen Carbamazepin, Diclofenac, Sulfamethoxazol und Ciprofloxacin. Erste Ergebnisse zeigen nach Angaben der DBU, dass die Arzneistoffe sowie deren Abbauprodukte mit dem Filter wirksam zurückgehalten werden können. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 32/2015

 

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