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Doc Morris: Medikations-Check per App

Die Versandapotheke Doc Morris hat eine App für Mobiltelefone entwickelt, mit der Patienten ihre Medikation besser überschauen können sollen. Die sogenannte Mobile Pharmacy App solle Menschen helfen, die viele Arzneimittel einnehmen müssen, sagte der Doc-Morris-Vorstand für den Bereich Pharmazie, Christian Franken. In das Programm, das bislang nur Nutzer von Apple-Geräten über den iTunes Store kostenlos herunterladen können, sollen Patienten jedes von ihnen eingenommene Medikament selbstständig eintragen, rezeptpflichtige genau wie rezeptfreie Präparate.

Die App solle den Nutzer vor Wechselwirkungen warnen und über das Mobiltelefon an die Medikamenten-Einnahme erinnern, so Doc Morris. Die selbst erstellte Liste könnten Patienten außerdem beim Arztbesuch vorzeigen, sagte eine Doc Morris-Sprecherin. Allerdings nur, wenn sie selbst daran denken: Einen automatischen Zugriff durch den Arzt oder andere Personen soll es der Sprecherin zufolge nicht geben. «Der Patient entscheidet, wem er seine Daten geben will.»

Damit unterscheidet sich die Doc-Morris-App grundsätzlich vom Medikationsplan, wie ihn die Bundesregierung im Entwurf für das E-Health-Gesetz geplant hat. Diesen Plan soll ein Arzt erstellen, auch Apotheker sollen ihn unter bestimmten Voraussetzungen um rezeptfreie Präparate ergänzen können. Ziel ist, dass jeder Arzt, bei dem sich ein Patient behandeln lässt, Zugriff auf die Liste hat, damit Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen vermieden werden. Das Angebot soll unter anderem verhindern, dass die häufig älteren Menschen mit Mehrfachmedikation wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen ins Krankenhaus müssen. Ab Oktober kommenden Jahres soll laut Gesetzentwurf jeder Deutsche Anspruch auf einen solchen Medikationsplan haben, der mehr als drei Arzneimittel regelmäßig einnimmt. Zunächst soll der Plan in Papierform vorliegen, später dann auf der Elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Bei Doc Morris spricht man trotzdem von einem einmaligen Angebot. Die neue App biete dem Nutzer Services und Informationen, «die für ihn bislang noch nicht miteinander sinnvoll und intelligent verknüpft verfügbar waren», heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Doc Morris vollziehe damit «Schritt für Schritt den Wandel vom reinen Arzneimittelhändler zum Gesundheitsberater.» (ah)

 

26.06.2015 l PZ

Foto: Fotolia/emevil