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Scharlach & Co: Impfung gegen A-Streptokokken entwickelt

Forscher haben einen Kombinationsimpfstoff gegen A-Streptokokken entwickelt, der kommendes Jahr in die klinische Prüfung eintreten soll. Das berichtet eine Gruppe um Professor Dr. Michael Good von der Griffith-Universität in Brisbane, Australien. Die Ergebnisse der präklinischen Untersuchungen stellen sie im «Journal of Immunology» vor. Streptokokken vom A-Typ (darunter auch Streptococcus pyogenes) sind weit verbreitet in den Tropen, vor allem in Entwicklungsländern. Weltweit sind die Stäbchenbakterien, die unter anderem Scharlach und Rachenentzündungen bis hin zu lebensgefährlichen Gewebeinfektionen hervorrufen, für etwa 500.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich, schreiben die Autoren.

Das Team um Good hatte bereits zuvor die Vakzine J8-DT entwickelt, die das konservierte Epitop J8 des bakteriellen M-Proteins gebunden an das Diphtherie-Toxin enthält. Dieser Impfstoff zeigte im Tierversuch gute Ergebnisse, war aber ineffektiv gegen bestimmte A-Streptokokken-Stämme, die CXC-Chemokine abbauen und damit die Wanderungsbewegung der Neutrophilen in infizierten Organismen unterdrücken können. Daher kombinierte das Forscherteam die J8-DT-Vakzine mit einer inaktiven Form der Streptokokken-CXC-Protease (SpyCEP). Dieser Kombinationsimpfstoff blockierte hocheffektiv den CXC-Chemokin-Abbau.

 

Mäuse, die den Impfstoff erhalten hatten, waren stark geschützt gegen Streptokokken-Infektionen und wiesen eine 100- bis 1000-fach reduzierte Erregerlast auf als unbehandelte Tiere, berichten die Forscher in der Publikation. Man werde in den kommenden sechs Monaten den Impfstoff in hoher Reinheit produzieren, um mit klinischen Studien beginnen zu können. Diese sollen im kommenden Jahr starten, erklärt Good in einer Pressemitteilung der Universität. (ch)

DOI: 10.4049/jimmunol.1500157

 

05.06.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Sebastian Kaulitzki