Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Bärlauch beim Sammeln nicht verwechseln!

NACHRICHTEN

 
Bärlauch beim Sammeln nicht verwechseln!
 


Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn warnen Experten die Verbraucher auch in diesem Jahr davor, wild wachsenden Bärlauch mit giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen zu verwechseln. «Wer im Wald Bärlauch sammeln möchte, muss auf der Hut sein», sagte der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne). «Unwissenheit kann tödliche Folgen haben.» 2004 waren in Baden-Württemberg ein Mann und eine Frau gestorben, nachdem sie Blätter der Herbstzeitlosen für Bärlauch gehalten, gesammelt und gegessen hatten.

 

Der Verzehr von Herbstzeitlosen und Maiglöckchen kann lebensgefährliche Vergiftungen auslösen. Wer zwei bis sechs Stunden nach dem Genuss vermeintlicher Bärlauchblätter an Beschwerden wie Erbrechen, Krämpfen, Kreislaufproblemen oder blutigem Durchfall leide, sollte sofort einen Arzt aufsuchen, rät Bonde. Der Minister gab auch einen Tipp, wie man die Pflanzen unterscheiden kann: «Jedes Bärlauchblatt wächst an einem einzelnen Stängel aus dem Boden, meist in Gruppen dicht beieinander.» Bei Maiglöckchen wüchsen dagegen zwei Blätter an einem Stängel. Herbstzeitlose wiederum seien daran zu erkennen, dass die Blätter den Stängel umfassen, unten eng anliegen und sich erst oben entfalten.

 

Auch würde nur Bärlauch beim Zerreiben den typischen Knoblauchgeruch verströmen, so Bonde. «Allerdings nehmen die Hände den Geruch irgendwann an, sodass dieser Kniff keine hundertprozentige Sicherheit gibt.» Der Minister gab auch zu bedenken, dass an Bärlauch wie an allen wild wachsenden Pflanzen Eier des Kleinen Fuchsbandwurms haften können. Nach dem Verzehr können diese Eier eine lebensgefährliche Parasitenerkrankung beim Menschen, die sogenannte Echinokokkose, auslösen. Kochtemperaturen von mehr als 60 Grad töten die Eier ab. Waschen oder Einfrieren dagegen schütze nicht vor einer Infektion, so Bonde.

 

Fazit des Ministers: Für Gerichte mit rohem Bärlauch wie Pesto und Salat sollten Verbraucher keine wild gesammelten Pflanzen verwenden. Außerdem sollten botanische Laien, die Bärlauch beim Sammeln nur schwer von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen unterscheiden können, Bonde zufolge im Zweifel lieber die Finger von den Kräutern lassen. (ah)

 

17.03.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Johanna Mühlbauer

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Cortison verbessert die Heilung – wenn das Timing stimmt

Systemische Corticosteroide können die Heilung von verletzten Sehnen verbessern, allerdings nur, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt gegeben...



Herzinfarkt: Gewebeschutz durch HDL-Injektion

HDL gleich «hab dich lieb» – diese Eselsbrücke zur Abgrenzung des kardioprotektiven HDL-Cholesterins vom schädlichen LDL-Cholesterin könnte...



BGH: Almased darf keine Preise diktieren

Die Firma Almased darf Apothekern keinen Mindestpreis für den Vertrieb ihrer Produkte vorschreiben. Das hat der...



OTC-Markt: Versender festigen ihre Position

OTC-Präparate bestellen Patienten immer häufiger im Internet. Im ersten Halbjahr 2017 verschickten Versandapotheken 63 Millionen Packungen...

 
 

Infektion: Körpereigener Marker zeigt, ob viral oder bakteriell
Der Einsatz von Antibiotika bei Infekten der oberen Atemwege ist nur bei bakteriellen Erkrankungen sinnvoll. Doch häufig fällt es schwer zu...

Regierung zu Reformen im Gesundheitssystem aufgefordert
Ärzte und Pfleger dringen auf Reformen im Gesundheitssystem durch die künftige Bundesregierung. Der Präsident des Deutschen Pflegerates,...

Hightech im Ohr: Hörgerät und Übersetzer in einem
Hörgeräte sollen demnächst mit Übersetzungsfunktion ausgestattet werden. Nutzer ohne entsprechende Fremdsprachenkenntnisse könnten sich...

WHO-Test: Doch keine Lungenpest auf den Seychellen
Die hochgefährliche Lungenpest ist auf den Urlaubsinseln Seychellen entgegen erster Vermutungen nicht bestätigt worden. Zehn Proben von...

Trump ändert Richtung: «Obamacare alles andere als tot»
Bei der Krankenversicherung «Obamacare» vollzog Trump dagegen überraschend eine Kehrtwende. Wenige Tage, nachdem er Versicherern staatliche...

Langzeitstudie: Zehn Jahre jünger durch Sport
Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der...

UN: Jährlich 89 Millionen ungewollte Schwangerschaften
In Entwicklungsländern werden jedes Jahr etwa 89 Millionen Frauen und Mädchen ungewollt schwanger. Die Zahl der Abtreibungen schätzen die...

Stada: Neuer Kommunikationschef übernimmt zentrale Aufgabe
Stada hat einen neuen Kommunikationschef: Der gebürtige Innsbrucker Frank Staud (Foto) zeichnet seit dem 1. Oktober für sämtliche...

Studie: OTC-Werbung kann Selbstbestimmtheit stärken
Werbung für OTC-Arzneimittel kann Menschen dazu verhelfen, selbstbestimmter mit der eigenen Gesundheit umzugehen. Das haben Forscher der...

Arzneimittelversand: Doc Morris expandiert in Deutschland
Der niederländische Versender Doc Morris übernimmt den deutschen Online-Versender Eurapon mit Sitz in Bremen. Das gab die Zur-Rose-Gruppe,...

Gefährden neue Gesundheitsberufe die Patientensicherheit?
Die bayerische Landesärztekammer sieht Gefahren für die Patienten durch neue Gesundheitsberufe. Die Einführung beispielsweise eines...

Madagaskar: Zahl der Pest-Fälle binnen einer Woche verdoppelt
Die Zahl der Pest-Erkrankungen in Madagaskar hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Inzwischen sind den Behörden zufolge 805...

Sartorius verpasst Jahresziele
Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius rechnet nicht mehr damit, seine ursprünglichen Jahresziele zu erreichen. Der Umsatz werde 2017...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU