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E-Health-Gesetz: Anhörung im Ministerium

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E-Health-Gesetz: Anhörung im Ministerium
 


Im Bundesministerium für Gesundheit findet heute eine Anhörung zum geplanten E-Health-Gesetz statt. Verschiedene Verbände wurden eingeladen, um Stellung zu der Novelle zu beziehen. Auch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ist dabei. Sie möchte vor allem erreichen, dass Apotheker an der Erstellung und Aktualisierung der mit dem Gesetz vorgesehenen Medikationspläne stärker mitwirken können.

 

Mit dem E-Health-Gesetz will die Bundesregierung den Ausbau der Telematik-Infrastruktur in Deutschland beschleunigen. Auf diese Weise soll unter anderem die elektronische Gesundheitskarte bald deutlich mehr können als bislang. So ist etwa geplant, die sogenannten Notfalldaten auf dem Ausweis zu speichern. Darüber hinaus sollen langfristig auch Medikationspläne auf der Karte hinterlegt werden können. 

 

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Patienten Anspruch auf eine solche Arzneimittelliste bekommen, wenn sie regelmäßig mindestens fünf verschiedene Präparate einnehmen. Zentrale Rolle spielt dabei der Hausarzt. Er soll den Arzneimittelplan erstellen und aktualisieren. Auch Fachärzte und Apotheker können auf die Liste zugreifen, allerdings nur «soweit Veranlassung dazu besteht», wie es im Gesetzentwurf heißt.

 

Der ABDA ist das zu wenig. Sie fordert, dass auch Apotheken den Medikationsplan auf Wunsch des Versicherten regulär aufstellen und bearbeiten dürfen. Arzt und Apotheker müssten in diesem Punkt eng zusammenarbeiten, «da nur so ein möglichst vollständiger und abgestimmter Medikationsplan erstellt werden kann», schreibt die Bundesvereinigung in einer Stellungnahme. So hätten Studien belegt, dass die Informationen über die Medikation eines Patienten in Arztpraxen, Apotheken und beim Versicherten selbst häufig sehr unterschiedlich seien. «Keine der Datenquellen ist ausreichend zuverlässig, um alleine zur Erstellung eines Medikationsplans verwendet werden zu können.» Wichtig sei daher, die Informationen zusammenzuführen.

 

Dabei wünscht sich die ABDA klare Vorgaben für die Kooperation zwischen Ärzten und Apothekern. «Es bedarf Regelungen der Arbeitsteilung zwischen der pharmazeutischen und der medizinischen AMTS-Prüfung sowie des Datenaustausches.» Auch für die Arzneimittelliste müsse es Mindeststandards geben. «Der erstellte Plan muss weitgehend standardisiert und verständlich sein, sodass er für den Patienten einen Wiedererkennungseffekt hat.»

 

Teil der Liste sollen aus Sicht der Apotheker nur solche Präparate sein, «die systemisch wirken und dauerhaft angewandt werden». Vor der Erstellung des Plans müsse darüber hinaus eine Medikationsanalyse stehen. Wichtig ist der ABDA zudem die Honorierung. Medikationsplan und -analyse führten bei Arzt und Apotheker zu Mehraufwand. «Diese Leistungen sind nicht in der Information und Beratung nach den Vorgaben der Apothekenbetriebsordnung enthalten.» Sie erforderten Zeit und seien daher «gesondert zu vergüten». Die Bundesvereinigung schlägt vor, eine konkrete Zeitvorgabe ins Gesetz zu schreiben. Demnach sollen Krankenkassen, Apotheker und Ärzte bis Ende April 2016 die genauen Details zur Medikationsanalyse regeln und eine Einigung in der Vergütungsfrage finden. (sch) 

 

 

25.02.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Pixelot

 

 

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