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Studie: Biomarker schwieriger zu finden als gedacht

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Studie: Biomarker schwieriger zu finden als gedacht
 


Auf der Suche nach passgenauen individualisierten Therapien für Volkskrankheiten sind Greifswalder Forscher einen Schritt vorangekommen. Allerdings habe sich die zu Beginn des Projektes «Gani_Med»  gehegte Hoffnung, Biomarker für verschiedene Volkskrankheiten zu finden, bislang nur ansatzweise erfüllt, bilanzierte Verbundkoordinator Hans Garbe jetzt nach fünfjähriger Förderungsphase. Ansätze für Biomarker, die für Herzinsuffizienz oder Stoffwechselkrankheiten verantwortlich sein könnten, würden jetzt in Wirtschaftskooperationen weitergeführt und sollen zur Anwendungsreife gebracht werden.

 

Ziel der individualisierten Medizin ist es, genetische Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen zu erkennen und passgenau zu therapieren. Verbunden damit waren auch tiefgreifende ethische Fragen, beispielsweise inwieweit die Erhebung der Daten in die Privatsphäre des Menschen eingreift. Gani_Med habe neue strenge ethische Standards für medizinische Studien gesetzt, wie sie jetzt auch bei der Nationalen Kohorte, der größten bundesweiten Langzeit-Bevölkerungsstudie, umgesetzt würden, sagte der Versorgungsepidemiologe Wolfgang Hoffmann.

 

Die Greifswalder Forscher nahmen seit 2009 weit verbreitete Krankheiten wie chronische Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Stoffwechselerkrankungen in den Blick. Dazu sammelten sie Biomaterialien von 4000 Patienten, analysierten diese und verglichen genetische Varianten. Weit mehr als 100 wissenschaftliche Publikationen seien erschienen, auf die die internationale Forschergemeinschaft zugreifen könne.

 

Der Bund hatte das Vorhaben über fünf Jahre mit 15 Millionen Euro gefördert, das Land mit zwei Millionen Euro. Die Auswertung der Daten laufe weiter, sagte Garbe. Ein vielversprechender Biomarker sei der MD-2 Marker, der mit der Herzinsuffizienz korreliert. Ein weiterer Ansatz habe sich in der Metabolom-Analyse bei Stoffwechselerkrankungen ergeben. «Wir stehen an der Schwelle. Aber es wäre naiv zu glauben, wir können Biomarker aus dem Ärmel schütteln, wenn weltweit danach gesucht wird», sagte Garbe. Das Projekt habe gezeigt, dass die Individualisierte Medizin noch am Beginn ihrer Entwicklung stehe.

 

Forschergruppen aus anderen Einrichtungen können auf Antrag auf den erstellten Datenpool zugreifen. In Greifswald sollen die Forschungsergebnisse  in den klinischen Alltag überführt werden. Dazu wird ein neues Klinik-Informationssystem installiert.

 

12.09.2014 l dpa

Foto: Fotolia/カシス

 

 

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