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Fahrradfahren: Abtauchen und losradeln

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Fahrradfahren

Abtauchen und losradeln


Von Ulrike Abel-Wanek, Frankfurt am Main / Wer fit sein will, geht am besten ins Wasser. Aquasport liegt zurzeit im Trend. Das Wasser-Training mit Jogging-Gürtel, Fahrrad oder Poolnudel schont die Gelenke, hilft beim Abnehmen und sorgt sogar für glatte Haut. Grund genug für einen Selbstversuch.

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Ein Dienstagnachmittag in einem Frankfurter Hallenbad. Es ist gut besucht, und die Badegäste müssen etwas zusammenrücken. Von den fünf Bahnen des 25 Meter langen Beckens werden zwei abgeteilt für einen Aquacycling-Kurs. Heute dürfen auch Neuinteressenten mal reinschnuppern, und mit 12 Euro Teilnahmegebühr bin ich dabei.

 




Aquacycling: Lieber Fahrrad fahren als Schwimmen

Foto: Shutterstock/Goodluz


Aquafitness ist gefragt wie nie. Ob Radfahren im Wasser, Joggen, Boxen, Aerobic oder Pilates – für jedes Leistungsniveau und Alter ist etwas im Angebot, vom Freizeit- bis zum Leistungssport, für Mann und für Frau. An diesem Dienstag sind es rund zehn Frauen zwischen etwa 40 und 60 Jahren, die sich zum Aquacycling oder -biking treffen. Die meisten sind schon länger dabei, Männer sind hier keine zu sehen. Die Sportbekleidung besteht aus Badeanzug oder Bikini und rutschfesten Wasserschuhen. Die Trainerin hilft, Sattel und Lenker der Wasserfahrräder richtig zu positionieren, je nach Körpergröße etwas höher oder tiefer. Die Alu-Geräte, die an Hometrainer erinnern, sind schwerer als ich dachte, und wir müssen sie zu zweit ins 1,35 Meter tiefe Wasser wuchten. Trotz seines hohen Gewichts schwankt das Fahrrad leicht, als ich mich auf den Sattel setze, aber ich vertraue auf seine Standfestigkeit. Etwa 10 bis 15 Minuten dauern die Aufbauarbeiten, aber dann geht’s los: Die Füße an den Pedalen, mit Riemen festgezurrt, den Oberkörper weit nach vorne gebeugt und den »Lenker« fest im Griff, wird geradelt. Aus dem Lautsprecher dröhnt Michael Jackson, und durch die Halle die Kommandos der Trainerin. Ich spüre die Blicke der Badegäste, und irgendwie bin ich froh, mit dem Rücken zu ihnen zu sitzen.

 

Im Wechsel strampeln wir mal schnell und wieder langsam, häufig im Stehen, manchmal auf dem Sattel sitzend. Man kann auch im kühlen Wasser schwitzen, soviel steht fest. Während sich die Beine unermüdlich drehen, pflügen auch Hände und Arme auf Zuruf der Trainerin immer wieder durchs Wasser – nach vorne, nach hinten und zur Seite, mühsam kämpfend gegen den Wasserwiderstand. Das Wasser selbst wird hier zum Trainingsgerät und Aquacycling zum Ganzkörpersport. In kleinen Verschnaufpausen kann man untertauchen und hat einen sofortigen Abkühleffekt, speziell im Sommer ein unschlagbarer Vorteil gegenüber stickigen Sporthallen. Überhaupt radelt es sich hier leichter als an Land, die massierende Wirkung des Wassers ist angenehm und soll auch noch das Gewebe straffen. Aber funktioniert das nicht auch mit Schwimmen? »Für einen Trainingseffekt muss man schwimmerisch in der Lage sein, längere Strecken ohne Mühe zurückzulegen«, sagt Sebastian Zeller, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln. Viele Leute könnten aber gar nicht so gut schwimmen.

 

Hinzu käme die Entwicklung der Bade­kultur in Deutschland: weg vom klassischen Schwimmbad mit Bahnen zum Streckenschwimmen, hin zu sogenannten Erlebniswelten mit Wellnesscharakter. Hier fänden Schwimmer oftmals einfach keinen Platz inmitten all der gesundheits­bewussten Hobby­sportler, Familien und aktiven Senioren. »Eine hochexplosive Mischung, wenn man sich gegenseitig im Weg ist«, betont Zeller. Einfacher sei es dann, sich in ein Becken zu stellen, einen Gürtel mit Gewichten umzuschnallen und loszulaufen – oder eben an einem festen Platz zu radeln.

 

Nach einer knappen Stunde ist der Kurs beendet, die Räder kommen raus aus dem Wasser und zurück an ihren Platz in einen abgeteilten Raum der Schwimmhalle. Ich bin zufrieden mit meiner Probestunde, fühle mich fit und später ziemlich müde. Angemeldet habe ich mich dann aber doch nicht, sondern bahne mir weiterhin schwimmend meinen Weg durchs Wasser und die Gruppen aus Frauen und Männern, die hier manchmal lieber ein Schwätzchen halten als sich zu bewegen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 34/2014

 

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