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Welt-Hepatitis-Tag: Mehr untersuchen, mehr behandeln

Mit einem Screeningprogramm auf Hepatitis und besserem Zugang zu Medikamenten könnte zahlreichen Menschen das Leben gerettet werden. Darauf macht die Deutsche Leberhilfe zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli unter dem Motto «Think again» aufmerksam. «Es wird immer noch zu wenig auf Virushepatitis untersucht», sagt Ingo van Thiel, Pressesprecher der Deutschen Leberhilfe. Demnach weiß nur rund die Hälfte aller Betroffenen, dass sie mit Hepatitis-C-Viren infiziert sind. «Wenn man eine Erkrankung gar nicht erst erkennt, helfen auch die besten Therapiemöglichkeiten nicht», so Thiel. Eine späte Diagnose verschlechtert zudem die Prognose.

 

In Deutschland sind schätzungsweise mehrere hunderttausend Menschen mit Hepatitis-Viren infiziert. Es sterben nach Angaben der Deutschen Leberhilfe jedes Jahr rund 14.000 Menschen an den Folgen einer chronischen Virushepatitis, davon 8000 an Hepatitis C und 6000 an Hepatitis B. Das sind deutlich mehr als HIV-Opfer. Die Zahlen hätten sich trotz Hepatitis-B-Impfung und neuer Medikamente gegen Hepatitis C seit den 1990er-Jahren noch nicht verbessert. Nach Schätzungen der Deutschen Leberhilfe wird derzeit nur einer von 40 infizierten Patienten behandelt. Die große Welle der Spätfolgen wie Leberzirrhose und Krebs komme erst noch auf uns zu, so die Deutsche Leberhilfe. Die Organisation fordert daher ein Umdenken und die Umsetzung des 2013 entwickelten Aktionsplans.

 

Dazu gehören öffentliche Screeningprogramme, Aufklärungskampagnen und ein besserer Zugang zu Medikamenten. Derzeit würden nicht einmal Risikogruppen wie Empfänger von Blutprodukten vor 1991 oder Drogenkonsumenten systematisch untersucht. Auch die Kontrolle der Leberwerte sei noch kein Standard, kritisiert der Verein. «Seit Jahren setzt sich die Deutsche Leberhilfe gemeinsam mit anderen Organisationen dafür ein, dass der Leberwert GPT in den Check-up 35 aufgenommen wird», erklärte ihr Pressesprecher. «Das wäre eine einfache Möglichkeit, Diagnoseraten von Lebererkrankungen zu steigern und sie so frühzeitig behandeln zu können.» Zudem fordert der Verein die Pharmafirmen auf, ihre Preispolitik für die neuen Hepatitis-Medikamente zu überdenken. Die Kosten liegen pro Patient derzeit bei mehreren zehntausend Euro. (db)

 

25.07.2014 l PZ

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