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HIV: Therapie früh beginnen!

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HIV: Therapie früh beginnen!
 


Menschen, bei denen eine HIV-Infektion festgestellt wurde, sollten möglichst bald mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden. Das schreiben Mitglieder eines internationalen Forschungsnetzwerks jetzt in «The Lancet Infectious Diseases». Ein Zuwarten mit dem Start einer antiretroviralen Therapie (ART), etwa bis die CD4-Zellzahl unter einen bestimmten Schwellenwert fällt, erhöht demnach sowohl die Ansteckungsgefahr anderer als auch die Komplikationsrate beim Patienten selbst.

 

Die Auswirkungen der verschiedenen Behandlungsstrategien untersuchten die Wissenschaftler um Dr. Beatriz Grinsztejn, Leiterin des HIV Prevention Trials Networks (HPTN), im Rahmen der randomisierten, kontrollierten HPTN-052-Studie. An dieser Untersuchung in neun Ländern nahmen insgesamt 1763 Personen mit HIV-1-Infektion und serodiskordantem Partner teil. Bei der einen Hälfte der Teilnehmer wurde unmittelbar mit der ART begonnen; die durchschnittliche CD4-Zellzahl betrug zu diesem Zeitpunkt 442 pro µl. Im anderen Studienarm startete die ART erst ab einer CD4-Zellzahl unter 230 pro µl oder bei Auftreten einer mit Aids assoziierten Erkrankung. Primäre Endpunkte waren unter anderem Tod, HIV-1-Erkrankung nach WHO-Grad 4, Tuberkulose, schwere bakterielle Infektion und schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Als sekundäre Endpunkte waren unter anderem Malaria, Anstieg der Leber-Transaminasen, Lipodystrophie und Thrombozytopenie definiert.

 

Alles in allem verlängerte der frühe ART-Beginn die Zeit bis zum Auftreten aidsassoziierter Erkrankungen und senkte die Inzidenz primärer und sekundärer Endpunkte. So kam es in der Gruppe der frühzeitig behandelten Patienten zu 40 aidsassoziierten Erkrankungen, in der anderen Gruppe waren es 61. Tuberkulose, weltweit eine der Haupttodesursachen von HIV-Patienten, trat in der spät behandelten Gruppe 34-mal und damit genau doppelt so häufig auf wie im früh therapierten Studienarm.

 

Eine 2011 im «New England Journal of Medicine» veröffentlichte Interimsanalyse der HPTN-052-Studie hatte bereits ergeben, dass der frühe Therapiestart die Gefahr der Ansteckung des Sexualpartners um 96 Prozent senkt. Zusammen mit den Ergebnissen der jetzt vorgelegten Auswertung, die den gesundheitlichen Nutzen einer ART für den Patienten bereits bei einer CD4-Zellzahl über 400 pro µl belegen, lassen sich kaum noch Argumente für ein Zuwarten finden. Die beiden HIV-Spezialisten Dr. Seonaid Nolan und Dr. Evan Wood ziehen denn auch in einem Kommentar in «The Lancet Infectious Diseases» das Fazit: «Die Debatte um den Wert eines frühen ART-Beginns sollte jetzt als abgeschlossen gelten, sowohl aus Sicht der Patienten und auch aus der Public-Health-Perspektive.» (am)

 

doi: 10.1016/S1473-3099(13)70692-3 (aktuelle Studie in «The Lancet Infectious Diseases»)

doi: 10.1056/NEJMoa1105243 (Publikation im «New England Journal of Medicine»)

 

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04.04.2014 l PZ

Foto: Fotolia/alexskopje

 

 

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