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Mangelnde Compliance kostet Milliarden

Rund 19 Milliarden Euro im Jahr könnte das deutsche Gesundheitssystem sparen, wenn mehr Arzneimittel richtig verordnet und auch eingenommen würden. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts IMS Health hervor, aus dem das «Handelsblatt» zitiert. Das Einsparpotenzial bezieht demnach nicht nur die reinen Arzneimittelausgaben, sondern auch mögliche Folgekosten ein. Diese können zum Beispiel entstehen, wenn ein Patient wegen falscher Medikamenteneinnahme ins Krankenhaus muss.

 

Die mangelnde Therapietreue der Patienten ist laut IMS das größte Problem. Knapp 13 Milliarden Euro könnten gespart werden, wenn sie ihre Arzneimittel wie vom Arzt verordnet einnehmen würden. Insbesondere bei chronisch Kranken sei die Compliance häufig gering, schreibt das «Handelsblatt» und beruft sich auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Demnach nimmt im Schnitt nur jeder zweite Chroniker seine Medikamente richtig ein.

 

Großes Einsparpotenzial sieht IMS Health darüber hinaus bei Antibiotika. Diese würden zu häufig verordnet, auch in Fällen, in denen sie eigentlich wirkungslos sind wie etwa bei Erkältungskrankheiten. Rund 1,6 Milliarden Euro könnten in diesem Bereich gespart werden. (sch) 

 

09.10.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Colette