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Räumliches Denken: Computerspiele schulen das Gehirn

Videospiele, vor allem Logik-, Puzzle- und Jump-and-Run-Spiele können Hirnregionen schulen, die für die räumliche Navigation wichtig sind. Das fanden Simone Kühn vom Max-Planck-Institut in München und der Berliner Forscher Jorgen Gallinat in einer Studie heraus. Die Ergebnisse wurden in «Molekular Psychiatry» veröffentlicht.

 

Für die Studie wurden die Hirnstrukturen von 62 Männern im Alter von 20 und 45 Jahren mithilfe eines Magnetresonanztomografen gemessen und verglichen, heißt es in einer Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass der Bereich im Gehirn, der für das räumliche Denken zuständig ist, bei Videospielern ausgeprägter ist. Es handele es sich dabei um die graue Substanz des Gehirns im sogenannten entorhinalen Cortex, so Studienleiterin Kühn, die darin erste Hinweise sieht, «dass sich Videospieler möglicherweise intuitiv besser in ihrer Umwelt orientieren können».

 

Am größten sei die graue Substanz bei den Testpersonen gewesen, die am meisten Videospiele in ihrem Leben gespielt hatten, heißt es in der Pressemitteilung weiter. «Je mehr Stunden die untersuchten Männer bisher gespielt hatten, desto stärker war der Gehirnbereich ausgeprägt», so Kühn. Allerdings gelte das nur für Logik- und Puzzlespiele wie zum Beispiel Tetris, Minesweeper oder Super Mario 64. Durch actionbasierte Rollenspiele verändere sich das Gehirn weit weniger ausgeprägt. (ke)

 

doi: 10.1038/mp.2013.100

 

21.08.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Lassedesignen