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Wissen und Praxis

EDITORIAL

 

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Viele chronische Erkrankungen wie COPD oder Diabetes mellitus sind mittlerweile gut in den Griff zu bekommen. Mediziner können sich bei der Behandlung auf Therapieleitlinien stützen. Was aber, wenn ein Patient unter mehreren chronischen Erkrankungen gleichzeitig leidet? In diesem Fall kann der Arzt nicht jede Krankheit isoliert betrachten, denn die einzelnen Erkrankungen beeinflussen sich gegenseitig und führen zu neuen Beschwerdebildern.

 

Multimorbidität heißt auch Multimedikation: Je mehr Krankheiten, desto mehr Arzneimittel nimmt der Patient in der Regel ein. Und hier kommt der Apotheker ins Spiel. Wie kein anderer Fachmann kann er mit einem umfassenden Medikationsmanagement helfen, Interaktionen und Neben­wirkungen zu vermeiden, um eine sichere Arzneimitteltherapie zu gewährleisten. Er ist damit ein wichtiger Teil eines interdiszipli­nären Teams, das sich gemeinsam um die Betreuung multimorbider Patienten kümmert. Die Arbeit in der öffentlichen Apotheke wird sich in Zukunft verändern. In einer alternden Gesellschaft wird die Zahl der Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen steigen.

 

Der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK) Andreas Kiefer hat sich beim Fortbildungskongress Pharmacon in Meran klar für eine patientenorientierte Pharmazie ausgesprochen. Pharmazeutische Betreuung und Medikationsmanagement sollen zukünftig bedeutende Bestandteile des Apothekenalltags sein. Die BAK werde den Apotheken dazu Hilfestellung geben und Handlungsempfehlungen erarbeiten, versprach Kiefer.

 

Ein umfassendes Medikationsmanagement kann aber nur anbieten, wer sich regelmäßig durch Fortbildung auf dem neuesten Stand hält. Denn ein fundiertes und umfangreiches pharmazeutisches Fachwissen ist die Basis, um Patienten optimal zu betreuen und die Arzneimitteltherapie zu verbessern. Deshalb haben in diesem Jahr wieder zahlreiche Apotheker den Pharmacon in Meran besucht. Schwerpunkte der Vorträge und Seminare waren diesmal Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, COPD und Pneumonien, Stoffwechsel­erkrankungen sowie Schädigungen der Leber. Erkrankungen, von denen viele Menschen betroffen sind und die im Rahmen eines Medikationsmanagements wichtig sind. Die fachliche Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker wird in Zukunft mehr denn je gefragt sein.

 

Verena Arzbach

Redakteurin Pharmazie



Beitrag erschienen in Ausgabe 23/2013

 

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