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Bundesverbandstagung des BPhD: Nahe am politischen Geschehen

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Bundesverbandstagung des BPhD

Nahe am politischen Geschehen


Von Tobias Köpcke, Berlin / Delegierte der Fachschaften von den 22 Pharmaziestandorten Deutschlands kamen im Mai in Berlin zusammen, um auf der zweimal im Jahr stattfindenden Tagung des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) aktuelle hochschulpolitische Sachverhalte zu diskutieren und um sich mit zukünftigen Themen des Pharmaziestudiums zu beschäftigen.

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Nachdem Daniel Mädler (ehemaliger Präsident des BPhD) zusammen mit Maira Deters (Beauftragte für Bildung und Tagung des BPhD) zum Auftakt die rund 100 Delegierten der Pharmaziestudierenden in Deutschland in Berlin zur 114. Bundesverbandstagung (BVT) begrüßt hatten, hielt Professor Dr. Johannes Peter Surmann einen Festvortrag zum Thema »Ein kritischer Blick auf die Pharmazie«. Hierbei befasste er sich unter anderem kritisch mit den Studieninhalten und zeigte auf, wo er Ansatzpunkte für Veränderungen im Studium sieht. Damit traf er genau den Kern der Studierenden, die ebenfalls in diesem Bereich einen gewissen Handlungsbedarf sehen. Der Vortrag war zudem einen idealer Einstieg für die Delegiertenversammlung, welche unter dem Thema »Öffentliche Apotheke« stand.




Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin:
Delegierte der 22 Fachschaften Pharmazie trafen sich im Mai zur Bundesverbandstagung in der Hauptstadt.

So konnte beispielsweise Doreen Zely von der Apothekenkammer Berlin eine Vorstellung der »Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten« geben und Daniela Bussick von der ABDA mit einem Vortrag zu dem Thema »Weiterbildung – Umgang mit dem Patienten« auf einige Themenschwerpunkte eingehen. Darüber hinaus hat Christiane Otto von der Bayer AG das Pilotprojekt »Training Weekend« vorgestellt. Ein Programm, welches Pharmaziestudierenden zunächst an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen angeboten werden soll.

 

Podiumsdiskussion mit dem ABDA-Präsidenten

 

Ein Highlight war mit Sicherheit die angesetzte Podiumsdiskussion zu dem Thema: »Die öffentliche Apotheke – Hat der selbstständige Apotheker eine Zukunftsperspektive?«. Hierbei konnten ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, Apothekerin Ann-Kathrin Kossendey und Uwe Deh vom Geschäftsführenden Vorstand des AOK-Bundesverbandes unter der Moderation von Daniel Mädler ihre Sichtweisen zu diesem Thema darlegen, bevor sie sich einigen Fragen der Delegierten stellten. Schmidt vertrat die Auffassung, dass die Apotheker selbst die Chance haben, über ihre Zukunft zu bestimmen, wohingegen Kossendey auf dem Standpunkt war, dass die Spielregeln von der Politik und den Krankenkassen vorgegeben werden. Deh hingegen betonte, dass die Patienten und deren Bedürfnisse nicht bei diesem Thema außer Acht gelassen werden können.

 

Auf der Tagung wurden unter anderem auch die drei besten Ausbildungsapotheken des Jahres 2012 gewürdigt und es gab einen Bericht zum EPSA-Trainingsweekend in Frankfurt am Main, welches erstmals in diesem Jahr angeboten werden konnte und zu einer regelmäßigen Veranstaltung des BPhD ausgebaut werden soll. Des Weiteren gab es noch einige informative Vorträge zum IMP- (Individual Mobility Project) und Twinnet-Programm, die seit der Einführung der neuen Assistenzstellen im BPhD stetig weiter vorangebracht werden konnten. An dieser Stelle ist Johanna Schäfer aus Leipzig und Kathrin Gasteyer für ihr Engagement zu danken.




Daniel Mädler vom BPhD (links) diskutierte mit ABDA-Präsidenten Friedemann Schmidt, Apothekerin Ann-Kathrin Kossendey und Uwe Deh vom AOK-Bundesverband über Themen der öffentlichen Apotheke.

Interessant war auch die Vorstellung der »Student Declaration on the future of Pharmacists«. Dabei handelt es sich um ein über zwei Jahre gemeinsam erarbeitetes Meinungspapier der EPSA (European Pharmaceutical Students´ Association) und IPSF (International Pharmaceutical Students´ Federation), welches unterstützt von der FIP (International Pharmaceutical Federation) einen Leitfaden über die Bedeutung der Rolle des Apothekers in der Arzneimitteltherapie darstellen soll. Eine der vielen daraus ableitbaren Quintessenzen, dass der Schwerpunkt in den Aufgaben des Berufes sich nicht mehr nur auf das Arzneimittel beziehen wird, sondern der Patient wird hier stärker in den Fokus gerückt. Dieses Meinungspapier kann auch als Evaluationsgrundlage dienen, um bereits im Studium Veränderungen in diese Richtung einzuleiten.

 

Im Mittelpunkt der 114. Bundesverbandstagung standen die von der Delegiertenversammlung erarbeiteten Resolutionen, die aus dem Projekt »Pharmazie 2020« der DPhG hervorgegangen sind. Diese stehen unter www.bphd.de zur Verfügung. Die Delegierten der Tagung waren sich einig, dass dieses Projekt der DPhG Erfolg versprechend ist und für die Zukunft einige positive Ergebnisse für die Entwicklung des Pharmaziestudiums mit sich bringen wird.



Neue Mitglieder im Vorstand

 

Bei der Tagung standen fünf Ämter im Vorstand des BPhD zur Wahl. Zum einem wurde David Reiner aus Frankfurt am Main zum neuen Präsidenten des BPhD gewählt und tritt die Nachfolge von Daniel Mädler an. Sven Lobeda aus Halle/Saale wurde für das Amt des Beauftragten für Lehre und Studium vom Plenum bestimmt und übernimmt die Aufgaben von Juliane Zindler. Des Weiteren tritt Kathrin Gasteyer aus Freiburg das Amt des EPSA Liaison Secretary des BPhD an, welches zuvor David Reiner innehatte. Weiterhin wurde Tobias Köpcke in seinem Amt als Internet- und Pressebeauftragter des BPhD bestätigt. Seit der letzten Sat­zungsänderung müssen sich alle Amtsinhaber spätestens nach zwei Jahren nach Amtsantritt einer Wiederwahl vor dem Plenum stellen. Dies soll die Dynamik innerhalb des Vorstands fördern und neue Impulse vonseiten des Plenums ermöglichen.

 

Sören Krawczyk aus Halle/Saale konnte sich für das neu eingeführte Amt des Young Pharmacist die Zustimmung des Plenums sichern. Mit diesem Amt wird die inhaltliche Ausrichtung des Bundesverbandes neu bestimmt. Ab jetzt ist der BPhD nicht nur ein Ansprechpartner für Studieninteressierte und ein Begleiter im Studium mit anschließendem Praktischem Jahr, sondern ist nun auch für den Übergang ins Berufsleben ein zuverlässiger Wegbegleiter.



Neben den Personalwahlen wurden die Austragungsorte der 116. BVT und des zwölften Pharmaweekends gewählt. Die Wahl für das Pharmaweekend, die zertifizierte Fortbildungsveranstaltung des BPhD, fiel dabei auf Greifswald und bei der Wahl für die 116. Bundesverbandstagung konnte sich Düsseldorf durchsetzen.

 

Umfangreiches Workshop-Programm

 

An dem Tagungswochenende gab es ferner diverse Workshops. Zum einem gab es das PCE (Patient Counseling Event), ein Wettbewerb zur pharmazeutischen Beratung. Hier wurde die Möglichkeit geboten, sich in einem simulierten Beratungsgespräch von einer Fachjury, bestehend aus Iris Minichmayr, Martin Gotthardt und Matthias Buchheim, bewerten zu lassen. Die drei erfolgreichsten Kandidaten waren Monika Büning (Münster), Roman Reiner (Frankfurt) und Lennart Moritz (Freiburg), die im Finale noch einmal gegeneinander vor dem Plenum ihr Können unter Beweis gestellt hatten. Am Ende entschied sich die Jury für Monika Büning als Gewinnerin des PCE-Wettbewerbes, die das simulierte Beratungsgespräch im Plenum am besten bewältigt hat.

 

Daneben gab es noch einen Workshop mit dem Titel »Gerechter Zugang zu Medikamenten«, der von Maximilian Brauner (UAEM) gehalten wurde und den von Ulrich Brunner (pharma4u) geleiteten Workshop »Lernen mit Online-Medien«. Auch konnten die Delegierten zum Thema Vereinsrecht aktiv mit Herbert Botterbrod und Thomas Bammert (PJ- und Rechtsbeauftragter des BPhD) diskutieren und so einen tieferen Einblick in diese Thematik erhalten. Ein weiterer wichtiger Workshop befasste sich mit dem Thema »Kontaktpersonen«, bei dem es um die Erarbeitung eines Konzeptes ging, wie die Studierenden noch besser miteinander vernetzt werden können. Besonders interessant ist die »BVT für Neulinge« gewesen, bei der es für Teilnehmer, die zum ersten Mal auf einer Bundesverbandstagung sind, eine kleine Einführung in das Geschehen einer solchen Tagung und die einzelnen Aufgabengebiete des Vorstandes gibt.




Ulrich M. Brunner, Geschäftsführer bei pharma4u, informierte in einem Workshop zum Lernen mit Online-Medien.

Fotos: Hoffmann


Für Abwechslung sorgte die durchgeführte Versteigerung, die mittlerweile zu einer Tradition auf der Sommer-BVT geworden ist. Hierbei konnten alle Fachschaften etwas aus ihrer Region mitbringen und für einen guten Zweck versteigern. Der Erlös aus der Versteigerung von 663 Euro kommt »Apotheker ohne Grenzen Deutschland« zugute.

 

Das Rahmenprogramm der BVT, organisiert von der Fachschaft Berlin, hatte viel zu bieten. So konnten beim gemeinsamen Grillen Kontakte geknüpft werden oder bei einer Live-Band am Abend ausgelassen mitgesungen werden.

 

Termin zum Merken

 

Die 114. BVT in Berlin war eine sehr abwechslungsreiche und zugleich produktive Tagung, die gekoppelt mit einem gut durchdachten Rahmen­- programm noch lange in Erinnerung der Teilnehmer verbleiben wird. Die nächste Bundesverbandstagung findet vom 8. bis 10. November in Frankfurt am Main statt.

 

Dank an die Unterstützer der Veranstaltung: Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs AG, Noweda Apothekergenossenschaft, Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Berliner Apotheker-Verein Apotheker-Verband Berlin, Emramed Arzneimittel, Ravati Seminare, Boehringer Ingelheim Pharma, Apothekenkammer Berlin, Deutscher Apotheker Verlag, Der Katerkiller, ARZ Service, redmed, Rausch, Sanacorp Pharmahandel, Treuhand Hannover, Soldan Holding + Bonbonspezialitäten, Intact–sanotact. / 



Beitrag erschienen in Ausgabe 23/2013

 

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