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Ambrosia: Verbreitung durch den Menschen

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Ambrosia: Verbreitung durch den Menschen
 


Frankfurter Forscher haben in einer Karte aufgezeigt, wie stark und in welche Gegenden Europas sich Ambrosia, eine aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze, voraussichtlich ausbreiten wird. Ambrosia artemisiifolia (Beifuß-Ambrosie oder Aufrechtes Traubenkraut) belegt Platz fünf der aggressivsten, neu eingewanderten Arten auf der Liste der 100 schlimmsten invasiven Arten. Die Pollen der Pflanze, die von August bis Oktober blüht, sind hoch allergen, schon geringe Mengen reichen aus, um Allergiebeschwerden auszulösen.

 

Für einige Pollenallergiker haben Sarah Cunze, Marion Leiblein und Professor Oliver Tackenberg laut der Nachrichtenagentur dpa daher gleich mehrere schlechte Nachrichten: Nicht nur, dass sich die Leidenszeit bis in den Herbst hinein verlängert, auch werden immer mehr Menschen im Norden die Pollen zu spüren bekommen.

 

Schätzungen zufolge reagieren 12 bis 20 Prozent der Deutschen allergisch auf diese Pflanze. Gefährlich ist sie, «weil sie schon mit relativ wenigen Pollen eine starke Reaktion auslösen kann», sagte Patientenberaterin Anja Schwal­fen­berg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund der Nachrichten­agentur dpa weiter. Schon sechs bis zehn Pollen pro Kubikmeter Luft gelten als mittlere Belastung, bei Gräsern bedürfe es dafür fünfmal so viel. Weil gegen das Kraut kein Kraut gewachsen ist, müsse das Ziel sein, «die Ausbreitung im Zaum zu halten», sagt Schwalfenberg.

 

Eine «ökologische Nischenmodellierung» vom Frankfurter Biodiversität- und Klima-Forschungs­zentrum (BiK-F) und der Goethe-Universität ergab, dass sich das Verbreitungsgebiet in den nächsten Jahrzehnten nach Norden verschieben und deutlich größer werden wird. Laut dem Modell, bei dem gegenwärtige Fundpunkte der Pflanze und Vorhersagen über die Klimaerwärmung kombiniert werden, wird sich die Beifuß-Ambrosie in weite Teile Frankreichs und Deutsch­lands. Das gilt auch für die Benelux-Staaten, Tschechien, Polen, die baltischen Staaten, Weißrussland und große Teile Russlands. Für den Süden Europas sagt das Modell dagegen voraus, dass die Beifuß-Ambrosie in einigen Jahrzehnten verschwindet.

 

Der Grund für die Ausbreitung sei nicht allein das Klima, so Tackenberg. Das Wachstum werde zwar begünstigt durch die globale Erwärmung und die dadurch verlängerte Vegetationsperiode. Schuld sei aber der Mensch selbst: Der Samen wurde und wird eingeschleppt durch kontaminiertes Saatgut und durch Vogelfutter aus Südosteuropa. «Da Ambrosia artemisiifolia sich über­wiegend durch menschliche Aktivitäten verbreitet, erreicht sie neue Gebiete viel schneller als andere Arten, denen nur ihre natürlichen Ausbreitungsmecha­nismen zur Verfügung stehen.»

 

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund rät, kein Vogelfutter zu kaufen, das Ambrosia-Samen enthält, den Garten regelmäßig zu kontrollieren und jede dieser Pflanzen samt Wurzel auszureißen, in Tüten zu stecken und in den Hausmüll zu werfen, idealerweise vor der Blütezeit zwischen Juli und Oktober. (ke)

 

Lesen Sie dazu auch
Ambrosia-Allergie: Millionen Menschen betroffen, Meldung vom 25.09.2012

 

04.04.2013 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Elenathewise

 

 

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